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Fuck da Police (24.08.2005)
Neutraublinger, habt ihr's gestern Nacht gehört? Die Polizei mit quietschenden Reifen und Blaulicht durch mein Viertel. Sie wendeten ein paar Mal und sprachen Leute auf der Straße an. Ich war auf dem Heimweg und beobachtete das witzige Treiben, bis einer der freundlichen Beamten mir aus dem Auto heraus mit einer Taschenlampe ins Gesicht schien und mich anschrie ich solle stehen bleiben. Wie hätte ich reagieren sollen? Tun was der cholerische Beamte sagt? Bedenkt dass eine Familienangehörige zu Hause krank im Bett liegt und sich Sorgen macht falls ich zu spät nach Hause komme (was in ihrem Zustand nicht gesund ist). Also rennen, rennen wie verrückt. Keine Lust auf ein Verhör. Ich kenne das ganze schon: Personalausweis, aha, Nigk, Buscapé, wahrscheinlich Ausländer, den nehmen wir doch mal mit aufs Revier. Mittendrin kam mir der Gedanke dass sie mich kriegen könnten und mich fragen würden warum ich zum Teufel vor ihnen flüchte. Meine Erklärung würden sie sehr misstrauisch gegenüberstehen und sofort meine ganze Bude durchsuchen. Ich wollte nicht das sie dabei auf meine Pornoheft-Sammlung asiatischer Zwitter stießen also weiterrennen. In eine Tür hinein, zur anderen hinaus, durch das Gartengeländer und im Pavillon des Nachbarn verstecken. Es war verschlossen also musste ich unten durchkriechen. Durch ein Fenster im Pavillon konnte ich die Scheinwerfer sehen und ich hatte eine Heidenangst. Die Reifen des Polizeiwagens quietschten erneut. Ich ließ ein paar Minuten verstreichen um mich dann unauffällig nach Hause zu begeben. Ich drehte meine Jacke um weil sie innen eine andere Farbe hatte, außerdem zog ich mir die Kapuze über den Kopf, sicher war sicher. Ich kam zu Hause an, leicht verschwitzt. Soviel Stress den ich wahrscheinlich leicht hätte vermeiden können. Die hätten mich schon nicht großartig aufgehalten, obwohl, meinen Erfahrungen nach, doch das hätten sie. Mal warten ob sie in der Mittelbayerischen u. a. auch jetzt nach mir fahnden oder ob solche Polizeipeinlichkeiten (die wahren Verbrecher gingen ihnen anscheinend durch die Lappen) wie schon oft zuvor gar nicht erst veröffentlicht werden. Ich werde euch auf dem Laufenden halten oder haltet euch selbst auf dem Laufenden. Ich lese die Mittelbayerische nicht weil sie mein Hirn nur mit unnötiger Scheiße verkleistert. Lest es selbst nach und mailt mir wissenswertes diesbezüglich.
Okay, ihr kriegt mich (26.08.2005)
Na super, ich wurde doch noch im Nachrückverfahren für ein Studium zugelassen. Was heißt das für mich? Erstmal Zusage abschicken und eine Kopie davon ans Arbeitsamt da diese Penner dort ein bisschen stressen aber das ist eine ganz andere Geschichte, dazu noch viel zu verworren und unlogisch als das ich sie euch erzählen könnte. Nur so viel sei gesagt: Die netten Fixer hinterm Schreibtisch wissen nicht mal selbst was abgeht. Anstatt von mir zugeschickte Briefe an die Pinwand zu heften (damit sie nicht verloren gehen), bauen sie sich aus den Pinnadeln Einweg-Spritzen für bewusstseinserweiternde Schutzimpfungen gegen giftige Zuverlässigkeit. Beide Briefe habe ich sicherheitshalber per Einschreiben verschickt, was mich stolze 5,20 kostete. Hat mich die nette Dame hinterm Post-Schalter da etwa übers Ohr gehauen? Ich hätte ihre Armbeuge nach Einstichspuren untersuchen sollen...
Offiziell bin ich (bald) nach meinem "Erscheinungsbild ein Student". So steht's im Zulassungswisch. Ich, ein Student. Dieser Gedanke lässt mich würgen. Ich habe mich dazu bereit erklärt meinen Kopf mit klebriger Taubheit füllen zu lassen. Und wofür? Für einen guten Beruf nach weiteren 4 Jahren wenn alles glatt laufen sollte, was es natürlich nicht wird. Wenn ich mir die Sachen durch den Kopf gehen lasse die ich in einen Jahr unverhoffter Freizeit hätte tun wollen, möchte ich diesen Fachhochschul-Heinis am liebsten eine Absage ins Fach kotzen. Auf dem Weg zur Post zweifelte ich so stark dass ich sogar kurz davor stand den Umschlag mit der Annahmeerklärung zu zerreißen und in die Luft zu werfen. Es war ein leicht sonniger Tag und die ersten Mädels kamen in Hüfthosen wieder aus ihren Löchern gekrochen (nein, nicht DIE Löcher, ich meine Schlupflöcher, nein, auch nicht DIE Schlupflöcher). Und als mir die Sonne so leicht ins Gesicht strahlte fragte ich mich ob ich nicht irgendetwas in meinem Leben verpasse wenn ich studiere. Ein weiteres Jahr beruflicher Abstinenz macht sich natürlich nicht gut im Lebenslauf und ich - leuchtend durch meine glühende Fantasie - DARF nichts darin erfinden, egal wie glaubwürdig es erscheint. Als Verteidigung gegen den Vorwurf der Urkundenfälschung könnte man natürlich sagen dass man nach den heutigen Lebensnormen auch nicht leben "darf", aber das reicht nicht. Müsste ich diesen Spruch dann auch noch vor Gericht begründen, ich würde wahrscheinlich schwer ins Stottern geraten. Aber muss man alles begründen bzw. kann man das überhaupt? Bisher konnte mir noch keiner konkret erklären warum ich mich immer so schlecht fühle, obwohl ich alle Spiegel in meiner Wohnung abmontiert habe. Irgendetwas hielt mich jedes Mal von meinem gewünschten Erfolg ab, egal wie sehr ich mich anstrengte, egal wie groß der Erfolg auf dem Papier aussah. Was könnte mir die Kraft geben gesetzte Ziele zu erreichen? Ich möchte leben und davon bin ich noch sehr weit entfernt, was auch immer ihr denken mögt.
Verfolgungswahn, Teil 1 (09.09.2005)
Von was dieser Beitrag handelt? Es geht um ein Thema das schon ewig lange in den unterschiedlichsten Formen behandelt wird und doch niemals tot gesprochen werden kann: Die Liebe. Das hier wird sicherlich nicht mein erster und letzter öffentlicher Beitrag auf dieser HP dazu sein. Es ist einfach zu komplex und doch meint man alles schon einmal gehört oder gelesen zu haben.
Wem oder was renne ich hinterher? Das frage ich mich in letzter Zeit des Öfteren. Die Liebe an sich ist schwer zu begreifen, obwohl es grob gesagt eigentlich nur um den Fortbestand von Leben geht. Trotzdem gibt es viele Unbekannte in der Liebesformel auf die ich einfach nicht kommen will. Warum lässt mich diese penetrante Nervosität schweigen und zittern? Ist das vor mir nicht auch nur ein Mensch mit Gefühlen wie ich, Verständnis wie ich und dem Bedürfnis nach Geborgenheit und Zuneigung wie ich? Oder bin ich wirklich so eigen das ich meinen weibl. Konterpart einfach nicht finden kann? Und wer um Gottes Willen versichert mir dass dieses weibliche Geschöpf ihre Zuneigung unbedingt an einen depressiven Gesellschaftsunfall wie mir verspielen möchte? In Köpfe konnte ich noch nie schauen, Gedanken sind unlesbar wenn sie nirgendwo geschrieben stehen. In meinem Gesicht lassen sich viele Dinge ableiten, sofern das Gegenüber nicht angewidert wegsieht. Ich werde rot, mein Lächeln wirkt verkrampft und...ich zittere. Warum zittere ich? Gibt es etwas vor dem man Angst haben muss? Warum bekomme ich kein Wort mehr raus? Ich, den man normalerweise erschlagen muss damit er aufhört zu reden. Plötzlich bin ich still und weiche Blicken aus. Wozu hochschauen? In diesem Gesicht, in diesem wunderschönen Gesicht dem ich verfallen bin, kann ich nichts herauslesen, leider. Was denkst du gerade? Was denkst du über mich? Wenn ich dich direkt frage, würdest du mir offen antworten und keine Vorurteile haben? Ich möchte nicht stottern, ich möchte mich nicht versprechen und wie ein Trottel dastehen. Ich möchte...ein offenes Ohr, eine helfende Hand, deine Aufmerksamkeit. Wie soll ich sie bekommen ohne Dinge großartig zu verändern? Gar nicht, weil Liebe auf Veränderungen basiert. Etwas das ich nicht wahrhaben möchte. Muss sich ändern was man Lieb gewonnen hat? Ich möchte niemanden enttäuschen, in Stich lassen und/oder vernachlässigen. Aber geht es hier nicht um mich? Um jemanden der auch seine Bedürfnisse hat, aber nur nicht den Tagesablauf in den diese hineinpassen wollen. In einer Beziehung kann es nicht nur um mich gehen, das ist das Problem. Nicht das ich durchweg egoistisch bin, nein...nur meine emotionalen Kapazitäten sind weitestgehend verrechnet. Für zwischenmenschliche Beziehungen reicht das bisschen Herz über das ich noch verfüge nicht. Bekomme ich deswegen kein Wort heraus? Weil ich mich davor fürchte etwas hinzuzugewinnen und dafür etwas viel größeres zu verlieren? Wo soll eine Partnerin die Kraft herholen mich aufzubauen ohne über weite Strecken hinaus, selbst kontinuierlich schwächer zu werden? Finde mich wenn du wirklich helfen willst und kannst...ich brauche nur Freiheiten, Verständnis und Toleranz, mehr nicht.
Verfolgungswahn, Teil 2 (12.09.2005)
Ich renne jemandem hinterher, der mich ohnehin schon verfolgt, in meinen Gedanken und in allem was ich tue. Ich fühle mich eingeschränkt, auf Gleise gesetzt die einen unendlichen Kreis bilden. Eine Person die wie eine Flipperkugel in meinem Schädel Punkte sammelt, wunde Punkte, jeder Treffer schmerzt wie jedes Treffen mit ihr. Ich gehe an ihr vorbei. Anscheinend ist jetzt nicht der richtige Augenblick etwas zu versuchen, das ich nicht einmal richtig durchdacht habe. Zweiter Anlauf. Du bist allein. Ich gehe zu dir, sage "Hallo.", und entschuldige mich für mein plötzliches Auftauchen. Ich frage dich etwas bevor du auf mich reagieren kannst...mit schlecht gespieltem Selbstbewusstsein...
Ich habe dich etwas gefragt. Es ist egal was, es war einfach nur ein Versuch mit dir ins Gespräch zu kommen. Eine kurze Frage die ich mir zutraute in meiner Nervosität halbwegs fehlerfrei auszusprechen. Du wirktest ein wenig überrascht mich andere Worte als "Hallo" oder "Tschüß" sagen zu hören. Deine Antwort? Sie lautete "Nein, leider..." oder auch nur "Nein." Warum?, frage ich mich jetzt. Warum nicht "Ja."? Ich wünschte mir du hättest mich angelogen, damit wir in der Lage gewesen wären länger miteinander zu reden. Glaubst du ich hätte es dir im Nachhinein Übel genommen wenn es mir die Möglichkeit gegeben hätte mich noch etwas mit dir zu unterhalten, sei es auch nur für 2 Sätze?! Ich hätte Klarheit gehabt. Klarheit über deine Einstellung zu mir, vielleicht. Ein Wort aus deinem Mund. Mittlerweile glaube ich nicht mehr daran dass es mehrere waren. Das "Nein" ließ mich alles ausblenden, sogar meine Angst. Was wäre wohl meine erste Reaktion auf ein "Ja" gewesen? Wahrscheinlich wegrennen oder bleiben und stottern, was mir in diesem Moment aber lieber gewesen wäre. So hättest du ableiten können was ich empfinde, du hättest mich fangen oder fallen lassen können. Nun hänge ich wieder in dieser Schwerelosigkeit und ich weiß nicht wohin mit mir. Du verfolgst mich überall hin. Ich sehe dich wenn ich die Augen schließe. Ich träume von dir. Ich fühle mich eingeschränkt und verfolgt.
Zunehmende Unsicherheit lässt mich stocken. Wie gewinnt man das Herz eines wildfremden Menschen? Früher, als Kind war es noch einfach Freunde zu finden. Man macht seine Erfahrungen, fällt hin, steht aber auch wieder auf. Bloß bin ich der Meinung das ein schlechter Start in eine Beziehung prägend für alle folgenden sein kann. Ich bin ein Mensch der offen sein will, einer der zu Fremden gehen würde einfach nur um zu fragen ob sie etwas bedrückt über das sie reden möchten. Nur, die heutigen Umgangsformen lassen für eine solch exotische Herangehensweise nur Spott und Häme übrig, großteils dafür verantwortlich dass ich eher zurückhaltend bin. Ich nehme zu große Rücksicht darauf was andere von mir denken. Aber genau darum geht es mir ja! Ich will wissen was SIE über mich denkt. Wie erfahre ich es? Mic (ein guter, ehrlicher Freund) schrieb ins Gästebuch das es an uns selbst liegt etwas an unserer eigenen Situation, in der wir uns befinden, zu ändern. Warum gehe ich nicht einfach los um zu ändern was mich bedrückt, verfickte Scheiße. Weil ich ein weiteres Nein weniger verkraften könnte als die Ungewissheit in der ich mich zurzeit befinde. So bleibt mir wenigstens eine winzige Vorstellung davon, wie es sein könnte. Die ungeschönte Wahrheit würde mir das eiskalt nehmen. Egal ob "Ja" oder "Nein". Ein "Ja" muss nichts zwangsläufig bessern, doch zumindest wäre es ein Anfang.
Leicht angesäuert... (14.09.2005)
Vergessen wir mal kurz diese sentimentale Herzscheiße in den letzten zwei Einträgen und widmen wir uns kurz wieder meinem Studium. Ich bin sauer! Bekam heute einen Brief nach dem ich die den Zulassungsbescheid beigefügte "Annahmeerklärung" der FH nicht zurückgeschickt habe. Bullshit, ihr scheiß Arschwichser! Gut das ich den Mist per Einschreiben verschickte (siehe oben). Anscheinend ist man nicht einmal mehr an Schulen vor Briefe verschlampenden Fixern sicher. Ich rief bei ihnen an. Eine leise Fistelstimme die ich aus vorangegangenen Telefongesprächen kannte, stellte mich durch. Warten. Noch länger warten. Dann: "Tut mir Leid, da ist gerade keiner zu erreichen." Nachdem ich mir die zuständige Durchwahlnummer geben ließ um diese Penner gleich selbst zu belästigen, rief ich nach einer halben Stunde dort an. Niemand hebt ab. Nach einer Stunde noch mal. Niemand hebt ab. Gut, dann les ich mir den Wisch noch mal richtig durch, in seiner Wut übersieht man ja schnell einiges. Aaaaahhhhh, falscher Studiengang (für den ich mich aber auch bewarb). Nicht der von dem ich die Annahmeerklärung abschickte. Aber was soll das jetzt heißen? Bekam ich auch eine Zulassung für diesen Studiengang oder wird da der eine mit dem anderen verwechselt und ich bin komplett im Arsch? Erst eine weitere Stunde später hob ein netter Herr ab, der mich aufklärte: Die Post war Schuld. Es kamen jeweils eine Zusage für die beiden Studiengänge für die ich mich beworben hatte - am selben Tag verschickt - nur wurde eine als "nicht zustellbar" wieder zurückgesandt, obwohl es der selbe Empfänger war. Da fiel mir dann auch auf das bei meiner Adresse ein Buchstabe im Straßennamen fehlte. Da wirft sich mir die Frage auf: Wem soll ich jetzt die Fresse polieren? Dem FH-Volltrottel der meine saubere Druckschrift nicht entziffern kann und prompt ein "l" verschluckt oder diesen stark beschränkten Postboten der es sich beim Briefe austragen ein bisschen zu einfach machte. Sind denn diese asozialen Postfotzen nicht mal dazu fähig logisch zu denken? Es fehlt auf diesem verfickten Brief ein schwuler Letter beim Straßennamen, aber der Nachname stimmt genau. 1 plus 1 = 3 oder was?! Komisch, Rechnungen finden mich immer. Da kann sogar der Städtename vollig aus der Luft gegriffen sein, spielt keine Rolle. Das ich durch solche Postbotaniker mit Vorliebe für Hanf fast um einen Studienplatz hätte beschissen werden können...ist doch denen so was von scheiß egal. Die haben ihren arschgefickten Job in dem sie sich in den Arsch ficken lassen und so viele Briefmarkenmuschis wie nur möglich lecken dürfen. Ihr Dreckshuren, fresst eure Scheiße!!! Warum mich allerdings die andere Zulassung erreichte - wurde sie doch am selben Tag verschickt - will sich mir nicht erschließen. Zwischen Morgen- und Nachmittagspost scheinen doch Welten zu liegen. Gott sei es zu Danken das mich wenigstens der eine Zulassungsbrief erreicht hat und die KomPOSTis nicht auch noch so blöd waren meine Annahmeerklärung als unzustellbar zurückzusenden. Hiermit erkläre ich euch nicht für unzustellbar, nein, viel mehr für unzurechnungsfähig. Stempel drauf. Fuck ya'll!
An dieser Stelle möchte ich mich noch bei Freunden und Familie entschuldigen, für etwas das ich selbst nur sehr ungern bei anderen beobachte. In seiner Wut wird man schneller laut gegenüber anderen die eigentlich gar nichts mit dieser Sache zu tun haben. Ich verhielt mich genauso wie mir verhasste Menschen die einen schlechten Tag haben und grundlos ihre Launen an ihren Mitmenschen auslassen. Natürlich hielt es sich bei mir in Grenzen, aber ich kann mich daran erinnern, dass ich auf normale Fragen leicht aggressiv reagierte. Das tut mir Leid und soll in dieser Form nie wieder vorkommen. Ihr wisst dass ich immer zu euch halte.
Kurzsichtiger Blick in die Zukunft (22.09.2005)
Wie geht es weiter studiumstechnisch? Lassen wir die Katze aus dem Sack und nennen ganz einfach die Studiengänge: Ich bewarb mich für Wirtschaftsinformatik weil ich mich halbwegs dafür interessiere und für Betriebswirtschaft als Absicherung, falls es mit Wirtschaftsinformatik nichts wird. Die Zulassung für den von mir favorisierter Studiengang wurde mir, wie ihr im letzten Eintrag nachlesen könnt, ja von der Post vorenthalten. Jetzt kann ich schätzungsweise zwei Semester Betriebswirtschaft absitzen, einfach nur um von der Straße wegzukommen und mich dann für das nächste Wintersemester in WINF bewerben, falls ich mit meinem schlechten Notendurchschnitt überhaupt noch reinkomme. Eine zweite Fremdsprache zu erlernen und mich mit Politik und Volkswirtschaft herumzuschlagen möchte ich nicht, schon gar nicht für mindestens 4 Jahre. Allgemein lässt sich sagen das studieren an sich gegen meine Werte verstößt. Bleibt mir parallel zum Studium Zeit für Dinge die mir wichtig sind oder werde ich zu einem Studenten-Zombie dem von Professoren ins Hirn gewichst wird? Ich bete dafür dass ich auf den Weg zu den Vorlesungen nicht zu viel von mir selbst verliere (vor allem mein Faible für ekelhafte Hardcore-Pornographie auch mit Tieren) und ich hoffe das ich nicht davorstehe in die komplett falsche Richtung zu gehen. Sicherlich bald anfallende Studiengebühren in ein, zwei Jahren möchten auch bezahlt werden. Umso schmerzhafter könnte ein mögliches Versagen werden. Aber ist das in der Liebe nicht genauso schmerzhaft wenn man seine Empfindungen und Gefühle aus sich rausholt und sie am Ende gar kein Ergebnis nach sich ziehen? Geld mit Gefühlen zu vergleichen war jetzt nicht meine Absicht. Ich meine eher Arbeit und Schweiß in etwas hineinzustecken das im Nachhinein keinen Ertrag bringt. Geld lässt sich leider nicht ins Portemonnaie scheißen.
Verfolgungswahn, Teil 3 (25.09.2005)
Sie sagen du fragst nach mir. Sie sagen du würdest dich freuen. Sie sagen dein Lächeln gegenüber mir ist mehr als ein Lächeln. Sie sagen deine Augen verraten alles.
Sie sagen ich bin blind. Sie sagen ich bin taub. Sie sagen ich bin gleichgültig. Sie behaupten sogar das ich blind, taub und gleichgültig sein will! Und wenn ich einmal nicht blind und taub bin, dann wenigstens so passiv das man meint vor einer pechschwarz gestrichenen Wand zu stehen. Ich bin stolz darauf eine Wand zu sein die kein Mensch einreißen kann. Diese Wand ist keine Fassade, ICH bin die Wand und ich möchte erwähnt haben dass NIEMAND etwas aus mir herausbekommen kann wenn ich es nicht selbst so haben will. Sei dir sicher, wenn du meinst etwas über mich herausgefunden zu haben, dann nicht weil du ein schlauer Beobachter bist, sondern nur weil du die Zeichen nicht übersehen hast, die ich dir gebe. Das hat nichts mit Schläue zu tun, erkennen zu können dass etwas mit mir nicht stimmt. Aber was? Und wenn du glaubst das meine spärlichen Zeichen jemals ein Ganzes ergeben könnten, bist du noch eingebildeter als ich es dir jemals hätte zugestehen können.
Ich betrachte mich von außen und lache über alles was ich tue, sage, schreibe, über die Rollen die ich täglich spiele und über alles was mich bedrückt. Ich lache mich selbst aus. Ich lache hysterisch in den Spiegel. Das kann ich sehr gut, über mich selbst lachen, mich selbst verletzen. SVV muss keine physische Gewalt voraussetzen. Ich schneide mir nicht in die Handgelenke auch wenn man das meinen könnte weil man mich nur mit langen Ärmeln herumlaufen sieht, egal wie heiß es ist. Ich schneide mich nur mit wirren Gedanken und einer falschen Vorstellung vom Leben. Diese Wunden sieht man nicht auf Anhieb. Das makabre ist, DU hast ähnliche Wunden, wenn nicht sogar die gleichen. Gemeint bist DU! Ich erlaube es mir, das dreist zu behaupten. Sie sagen du würdest dich freuen. Würdest du?
Sollten irgendwo jemanden meine HP-Einträge, Kurzgeschichten und Gedichte aus dem Herzen sprechen, nachdenklich in den Boden starren lassen oder einfach nur zum Lachen bringen, ist damit alles erreicht was ich damit erreichen will. Doch haltet bitte davon Abstand euch eine Meinung über mich zu bilden. Ich bin mir bewusst, dass meine Worte Vorurteile geradezu provozieren, aber gebt mich nicht auf. Unterscheidet zwischen einem dreckigen Witz und dem, was mich ausmacht. Damit spreche ich nicht nur meine HP-Einträge an, sondern auch alles was ich Privat so von mir lasse. Ich will nur etwas unterhalten...mich selbst und euch. Ablenkung ist nichts Negatives, sondern notwendig um nicht durchzudrehen.
Leporello-Idiot (29.09.2005)
Vor zwei Tagen war Immatrikulation für BWL, was wie etwas Perverses klingt. Gemeint ist aber nur die persönliche Einschreibung für das Studium. Das widerspiegelt meine bisherigen Erfahrungen mit Schulen: Einen simplen Vorgang kompliziert erklären indem man möglichst wissenschaftliche Synonyme benutzt. Ich war zeitig dort in der Hoffnung eher fertig zu werden. Auf dem Weg durch die eiskalten FH-Flure die leicht an Krankenhaus erinnerten, hielt ich - nett und charmant wie ich bin - einem hinter mir gehenden Mädchen die Tür auf. Als sie auf meiner Expedition zum Immatrikulationsraum noch immer hinter mir ging, ließ ich sie mich etwas einholen um sie in Small-Talk-Nähe zu bekommen. "Gehst du auch zur Einschreibung?", "Ja.", "Welcher Studiengang?", "BWL.", und das Gespräch rollte. Angespanntheit ihrerseits wich schwacher Erleichterung. Sie war mir auf Anhieb sympathisch. Aus Ingolstadt kam sie, Eichstätt um genau zu sein, 90 km entfernt, bezog aber eine Wohnung in der Stadt, der Unkosten wegen. Was mich ein wenig wunderte war, das sie mir ziemlich schnell sagte wo sie wohnt, oder zumindest die ungefähre Richtung.
Ein kleines Grüppchen sammelte sich im Flur, was uns Gewissheit gab richtig zu liegen. Stilleperioden zw. uns beiden versuchte ich mit allerhand rhetorischer Fragen weitestgehend zu überbrücken, was man von ihr ausgehend nicht erwarten konnte. Sie war nervös, das konnte ich spüren. Ich war es auch, bis zu dem Zeitpunkt an dem ich sie traf. Vielleicht war es Einbildung aber ich meine dass sie neben mir in der Warteschlange stehend, ein paar Mal zu mir hochsah (sie ist kleiner als ich). Nach der Immatrikulation (ich hoffe das ich mir ihr in der gleichen Gruppe bin, ich wünsche es mir ohne sie wirklich zu kennen), wartete ich auf sie. Wäre ich in den Gedanken nicht schon bei meinem nächsten Schritt gewesen - den Raum aufsuchen in dem mir Auskunft über einen späteren Studienwechsel gegeben werden kann - hätte ich auf ihren gerade zugestellten Studentenausweis nachsehen können, in welcher Gruppe sie ist. So bleibt die Ungewissheit bis Studienbeginn. Wir wussten beide nicht wie es an dieser Schule weitergehen würde. Mir gefiel ihre Unsicherheit, ich fand es niedlich. Ihren Namen vergaß ich leider (wie so vieles Gute in meinem Leben), obwohl sie ihn mir zweimal sagte. Irgendetwas mit "Mijas" oder so. Ein exotischer Name (umso peinlicher wäre es wenn sie Maria heißt), oder einfach nur eine Abkürzung. Überall las ich Schilder mit "Mensa geöffnet" welche sich mit ihrem Namen in meinem Kopf vermischten. Mensias oder Minjas, dachte ich zuerst. Aber es klang nach Mijas. Dabei wollte ich mich extra zusammenreißen ihren Namen nicht zu vergessen! DAYAM! Ob sie sich noch an meinen Namen erinnern kann? Bestimmt, weil sie sich sofort eine Eselsbrücke mit "Roger" Federer bauen kann. Ich verabschiedete mich von ihr mit den Worten "Wir sehen uns ja sicherlich am 4. Oktober.", weil ich mir einbildete, an den Raum für Studienberatung vorbeigegangen zu sein, was sich als Trugschluss herausstellte. Ich hätte sie locker noch eine weite Strecke nach draußen begleiten können. Schade. Was sich bei der Studienberatung ergab: Sollte ich zu Wirtschaftsinformatik wechseln, wären die zwei Semester BWL umsonst da nichts angerechnet werden kann. Super. Ich werde mich aber trotzdem irgendwann einmal mit den zuständigen Professoren unterhalten, wo sich die Lernkurve der jeweiligen Studiengänge auf angenehme Weise mit meiner chronische Gestresstheit ergänzt, ungeachtet dessen welche Richtung ich beruflich einschlagen möchte. Ich werde sowieso einmal Schriftsteller, Kolumnist, Journalist, Musiker und Regisseur. Was die Studentinnen-Rate angeht, sehe ich mich aber jetzt schon als Betriebswirt :-)
Verfolgungswahn, Teil 4 (01.10.2005)
Ich kam vom Einkaufen. Ein vereinzelter Regentropfen fiel mir ins Auge, das daraufhin sofort zu tränen begann und sich mit dem Tropfen vermischte. Ich kniff meine Augen zu und rieb etwas. Das erste was ich sah als ich sie wieder öffnete war ein kleines Baby, über die Schulter ihres Vaters gehoben, das zu mir sah. Ich lächelte es an und es lächelte zurück. Da schoss mir eine mögliche Theorie auf mein Verfolgungswahn-Problem in den Kopf! Es war wie bei Newton dem ein Apfel auf die Birne fiel, nur war bei mir ein Regentropfen der Auslöser. Wäre mir ein Apfel ins Auge gefallen, nicht auszumalen wie ich den hätte wieder rausbekommen sollen. Es war aber nur ein Tropfen der in meinem Schädel eine gewaltige Detonation an Erkenntnis auslöste. Der Tropfen und das Baby. Zu meiner Theorie die ich mir ausarbeitete während es um mich herum zu Regnen anfing und ich immer nasser wurde:
Mijas - oder wie auch immer sie heißt - genau wie viele Frauen vor ihr bei denen ich nicht zu stottern und zittern anfing, haben es mir verdeutlicht. Sie alle fallen unter das Kindchenschema! Die kindlichen Proportionen im Gesicht sind ein Schlüsselreiz für das Fürsorgeverhalten in mir, für den Beschützerinstinkt der für Nervosität keinen Platz lässt (jeder der mir Pädophilie anheften will soll jetzt bitte seinen Kopf auf eine heiße Herdplatte legen und Wasser in seinem Ohr kochen bis es aus den Nasenlöchern pfeift). Ich habe das Gefühl sie unter meine Fittiche nehmen zu müssen, die Liebe auf den ersten Blick wird es jedenfalls bei mir in den meisten Fällen vorerst nicht werden. Das entwickelt sich erst etwas später. Bei anderen Frauen hingegen (hier lässt sich die Liebe auf den ersten Blick zu 90% bejahen), verwandle ich mich in ein extrem schüchternes (und eingeschüchtertes) Nervenbündel das kein Wort mehr herauskriegt und Blicken ausweicht. Habe ich Angst vor selbstbewussten, starken Frauen (oder vor denen die wenigstens so aussehen)? Demnach würde sich meine Frustration in dieser Verfolgungswahn-Reihe zum Großteil leicht erklären. Somit weiß ich, woran ich zu arbeiten habe und stochere nicht mehr in einer antwortlosen Frage herum (auf alle Fragen gibt es eine Antwort, sei es auch nur Schweigen). Ich gebe die wundervolle Frau auf, der ich seit gut zwei Jahren hinterher schmachte, weil es mir an Mut fehlt. Wie ich schon einmal schrieb: Ich bräuchte ein offenes, verständnisvolles Ohr, eine helfende Hand und (ihre) Aufmerksamkeit. Alles Dinge die ich von ihr nicht erwarten kann, da sie nicht die Frau für den ersten Schritt ist. Wäre dieser erste Schritt aber gemacht, würde ich nachhaken und zu Ende gehen was angefangen wurde? Man sagte mir der erste Schritt sei schon lange getan (siehe Verfolgungswahn, Teil 3), nur möchte ich es mir nicht eingestehen. Schiebt die Schuld auf fehlendes Selbstbewusstsein oder was ihr mir sonst noch alles zuschreiben würdet. Ich gebe sie auf und widme mich anderen. Verhalte ich mich damit aber nicht wie Tiere die nur das fressen was am einfachsten zu erlegen ist? In einem kommenden Beitrag werde ich mich damit befassen. Ich kann mich damit nicht abfinden und fühle mich schlecht dabei.
Fuckin' Studientag (04.10.2005)
Mir ist eine nette Metaphorik für meine derzeitigen Gefühle eingefallen, die in der FH - durch etwas das ich gleich beschreiben werde - auf eine Recht amüsante Art und Weise bekräftigt wurde (meine Kommilitonen sahen mich alle schief an weil sie mein hysterisches Lachen nicht interpretieren konnten).
Aufstehen um halb sechs in der Früh. Draußen ist es stockfinster. Das erste Mal seit langem das es nicht (verhältnismäßig) hell ist wenn ich aufwache. Um 06:49 musste ich bei der Bushaltestelle sein (da ich erfahrungsgemäß meine Zeit brauche um meine morgendliche Aggressivität mit dämlichen Frühstücksfernsehen zu besänftigen steige ich immer eine gute Stunde früher aus dem Gitterbettchen). Ich freute mich darauf eine leere Bushaltestelle aufzufinden. Eine leere Bushaltestelle in der ich nachdenken und auf den Bus warten kann. Stattdessen war sie so vollgeschissen wie noch nie zuvor in meiner damaligen Schulzeit. Selbst eine kleine Kindernutte die ich von früher kannte und die den Ruf vertritt äußerst notgeil zu sein war dort, obwohl sie damals Tag um Tag nur den Bus um 07:14 nahm. Ich fühlte mich dreckig. Nicht nur auf dem Weg dorthin wo mir der Gedanke an "auf die Straße legen und einschlafen" kam, sondern auch während ich so neben diesen verrauchten Arschlöchern stand die wie zugespeibte Aschenbecher, gefüllt mit ranzigen Sauerkraut stanken. Konnte man da wirklich etwas Gras riechen oder täuschte mich da meine - durch Hauptschultoiletten - drogenerfahrene Nase (bitte keine Kokserwitze). Ich vergrub meine Hände in den Hosentaschen zwischen Geldbörse, Schlüssel, Taschentücher und Handy. Bequem war dies nicht, der Hosenstoff schnitt in meine Handgelenke wie zu eng angelegte Handschellen. Ich fühlte mich wie ein Häftling auf dem Weg zum Knast. Voraussichtlich vier Jahre. Don King saß so lange im Knast weil er einen Kerl wegen 600 Doller totgetreten hatte. Wegen was wurde ich verurteilt? Weil ich einen zu schlechten Abschluss habe um im Berufsleben Fuß zu fassen. Ich wartete auf den Bus der mich und die anderen Idioten neben mir ins Gefängnis fahren wird. Musste nicht lange herumstehen, da war er schon da. Er hätte mich fast mit seinem Seitenspiegel gestreift. Ich dachte mir, reiß mich mit wenn ich dafür nicht in den Knast muss. Dort legen sie einen Daumenschrauben an und zwingen dir lauter Scheiße auf, die sie für wichtig halten aber lebensfremder nicht sein könnten. Die Fahrt dauerte 28 Minuten, bis ich den Bus wechseln musste. Mir war ehrlich gesagt zu viel Licht in den Bussen, es behinderte mich dabei unverspiegelt aus dem Fenster zu schauen. Pünktlich kam ich an der Fachhochschule an, wo sich der Hörsaal vorerst als unauffindbar erwies, was auf widersprüchliche Raumbezeichnungen zurückzuführen war. Dort bemerkte ich dass die Menschen die ich halbwegs kannte und sympathisch fand (einschließlich Mijas), alle in einer anderen Gruppe sind als ich. Nach kurzer Einführung in das Studentenleben, wurde jedem beim verlassen des Hörsaals eine Miniausgabe des "Neuen Testaments" überreicht, wie auf dem Weg zur Todeszelle. Ich lachte weil es sich so herrlich in meine Gefängnis-Fantasie fügte. Mal sehen wie es weitergehen wird. Die Verteilung der AW-Fächer regt mich jedenfalls jetzt schon so auf, das ich Löcher in die schwarzen Bretter treten könnte auf denen diese verzeichnet sind. Mijas (ich weiß immer noch nicht ihren Namen, gab ihr aber meine E-Mail-Adresse um mit ihr in Kontakt zu bleiben und irgendwann einmal herauszufinden wie verfickt nochmal sie denn nun heißt) ließ mich mit ihrem munteren Sarkasmus schmunzeln. Eine Eigenschaft mit der sie sicherlich leichter über die Runden kommen wird. Behalt dir deinen Sarkasmus! Er gefällt mir sehr gut.
Zu meinen Kommilitonen lässt sich sagen, es gibt Leute die sind freundlich wenn man sie anspricht, es gibt Leute die sind unfreundlich wenn man sie anspricht, es gibt Leute die ignorieren einen wenn man sie anspricht, es gibt Leute die ständig eine ekelhaft böse Fresse ziehen damit sie ja keiner anspricht und es gibt Leute die auf den ersten Blick ziemlich in Ordnung erscheinen. Es bleibt mir ja sicherlich noch genügend Zeit alle kennenzulernen. Hoffentlich sind keine Arschlöcher dabei wie ich sie aus Hauptschulzeiten her kenne. Keinen Bock auf den Kinderscheiß.
Verfolgungswahn, Teil 5 (07.10.2005)
Das FH-Wochen-Resümee: Im Moment ist alles noch sehr einfach, was sich aber schneller ändern wird als mir lieb ist. Ich merke dass das eine Jahr an schulischer Enthaltsamkeit sich negativ auf meine Belastbarkeitsgrenze ausgewirkt hat. Ich bin so gut wie gar nicht belastbar, meine Essgewohnheiten lösen sich in "Schlingen auf Zeitdruck" auf und das fehlende Ritual einer regelmäßigen Aufwachzeit - jeder Schultag beginnt zu einer anderen Uhrzeit - harmoniert nicht mit meiner Verdauung. Mir ist den ganzen Tag über schlecht, aber ich will nicht meckern. Andere müssen sich eine Wohnung suchen und nebenbei jobben, während ich gar nichts davon muss, nicht einmal Geld ausgeben. Vielleicht wäre das alles gar nicht so schlimm wenn ich nicht im Begriff wäre die Verfolgungswahn-Reihe hiermit abzuschließen._
Ich ging an ihr vorbei, sie sah nicht her. Ich ging wieder zurück, sie sah kurz zu mir. Ich hätte lächeln und "Hallo" sagen wollen. Einmal aus dem Herzen heraus lächeln und seelenvolle Wärme dabei ausstrahlen. Keine schwarze Wand sein. Ein Blick sagt alles. Er ersetzt einen dümmlichen Anmachspruch. Ein Blick ist alles und nichts. Sich in die Augen sehen und tiefer. Einfach nur sagen "Entschuldige dass ich dich belästige aber du bist so unsagbar schön. Darf ich kurz stehen bleiben und dir in die Augen schauen? Nur für zwei Sekunden (länger kann ich es nicht), dann siehst du mich nie wieder", oder was mir sonst einfällt, sei es auch noch so dämlich, aber wenigstens reden. Doch nein, die alte Story. Ich gehe aus dem Gebäude und lächle draußen vor mich hin. Ich fühle mich befreit ohne etwas erreicht zu haben. Ich will nichts mehr. Christ spielte mir mal vor Monaten ein Lied vor in dem er sang: "Was ich will bekomme ich nicht / Was ich brauche ist ein Gesicht / Was tu ich? Gehört es sich so? / Wenn ja, wäre ich lieber tot / Warum ich lache ist nicht wichtig / Die Frage ist mache ich's richtig? / Es ist schnell getan / Uneinholbar / Doch mich lässt das Gefühl nicht los / Das ich schon mal da war" Wie die Faust auf's Auge, das bin ich! Ich habe es getan. Ich kann es nicht mehr ändern, ich kann nicht mehr zurück. "Doch mich lässt das Gefühl nicht los / Das ich schon mal da war". Die selbe Geschichte.
Gestern war ich glücklich als ich draußen vor mich hin lächelte. Diese Entspanntheit die ich nur habe wenn ich so verzweifelt bin das ich mich in einem Leerlauf befinde, der aber eher die Beschreibung "Freude" verdient. Ich schloss endgültig ab, beendete alles. Nicht nur mit ihr - mit der ich noch nicht einmal etwas anfing - sondern auch mit meinem Plan mich anderweitig umzuschauen. Wem mache ich etwas vor? Ich kenne den Weg, ich kenne die Lösung, ich kenne beide Seite, aber ich bin zu müde. In dieser Müdigkeitsphase gefalle ich mir selbst immer noch am besten. Mir ist alles egal. Nichts kann mir etwas anhaben wenn ich müde bin. Ich bin dann nur für mich, ich allein. Freunde (neue Bekanntschaften) haben im Moment keinen Platz in mir. Keine Lust irgendwem hinterher zu rennen oder mich groß anzustrengen. "Komm du / Auf mich zu / Giftig / Bin ich nicht" (Christ in seinem Song)
Was mich auch müde macht ist diese Unpersönlichkeit in der Schule. Ich möchte mit euch reden, aber mich nicht erst großartig integrieren sondern aufgenommen werden, so wie ich bin. Wenn ich etwas Nettes sage, meine ich es so ohne einen Hintergedanken dabei zu haben. Gleichzeitig möchte ich auch etwas zurückbekommen, nicht weil ich euch ausnutzen will, sondern weil ich ein Mensch bin. In euren Augen vielleicht nicht, aber ich bin müde. Mich interessiert es nicht mehr bis ich die Ruhe finde einzuschlafen. Dann gibt es nichts mehr wofür man sich interessieren könnte. Wozu stressen? Um etwas zu sein was man nicht sein darf? Ehrlich und offen. Ist gesellschaftlich verboten, also probiere ich gar nicht erst es zu sein.
Wegweiser? (10.10.2005)
Was die FH angeht fühle ich mich nach einer Woche schon sehr unwohl. An den schulischen Anforderungen kann es nicht liegen, gefordert wurde ich bisher noch so gut wie gar nicht. Was wohl eher (zum Teil) schuld daran sein könnte, sind diese undurchschaubaren, halbtoten Fressen die mich nur noch nerven weil sie alle so eigenartig sind. Ich bekomme immer mehr den Eindruck, dass ich es nicht mit Menschen zu tun habe. Ich bin erneut das, was ich vermeiden wollte zu sein: Hart ausgedrückt, ein Aussätziger. Ich habe keine Lust mehr euch kennen zu lernen. Wozu auch? Behinderter Small-Talk ohne Sinn, einfach nur um Zeit totzuschlagen, geheucheltes Interesse und heimliche Lästereien. Ich bin jemand der etwas nicht tut (bzw sagt) wenn er es nicht ernst damit meint. Und schon befinde ich mich wieder in der Zwickmühle: BWL. Ich komme mal wieder ins Grübeln ob ich das was ich tue auch wirklich will. Soll meine Zukunft darin bestehen betriebswirtschaftliche Aufgaben zu erledigen, die von Marketing bis was weiß ich wohin, in allerlei Bereiche gehen können sodass ich über Auswahlmöglichkeiten nicht klagen muss?! Ich sitze in einem Büro und arbeite Problemlösungen für ein Unternehmen aus oder ich drücke mich im Kopierraum zw. die Schenkel einer Praktikantin, wenn ich überhaupt zu den glücklichen Lottogewinnern gehöre die einen Job bekommen (für einen Bürofick braucht man kein Glück). Wo bleiben dabei die Dinge die mir am wichtigsten sind? Persönliche Entfaltung, geistige Freiheit und kreative Auslebung von Ideen (nicht für Werbezwecke oder sonstige manipulative Scheiße). Davon kann ich mir aber leider nichts kaufen, so sehr ich mir das alles auch gerne zum Lebensinhalt machen würde. Von der Liebe allein kann ein Mensch nicht leben. Als Schriftsteller Fuß zu fassen ist in diesem Umfeld so gut wie unmöglich, genauso wie als Musiker. Was bleibt mir dann noch? Studieren, was so viel heißt wie: Steine schlucken und am besten niemals mehr raus scheißen. Kompromisse eingehen, sich selbst hintergehen und anderen nachgehen.
Manchmal komme ich mit dem Bus an meinem Verfolgungswahn vorbei. Jedes Mal schaue ich ob sie nicht dort ist, was so gut wie nie zutrifft. Heute war sie dort. Ich versuchte soviel wie nur möglich von ihr zu sehen, was bei heruntergezogenen Jalousien und umherlaufenden Menschen nicht mehr als bloße Umrisse sind. Von der Liebe kann kein Mensch leben...nur mit ihr etwas leichter.
Wegweiser! (11.10.2005)
Jeder Mensch ist ein neuer Anfang, ein neuer Ausgangspunkt. Ich darf nicht pauschalisieren und bisherige Erfahrungen mit zukünftigen gleichsetzen. Das einzige was sich nie ändern wird ist, das ich mir selbst im Wege steh, egal bei was. Es wäre aber gelogen wenn ich sagen würde, das ich nicht an meinen Fehlern arbeite weil ich es Liebe in meinen Depressionen dahinzuvegetieren. Selbsttherapie kann die unkonventionellsten Formen annehmen. Doch wie soll ich mich selbst therapieren wenn mir der wichtigste Baustein dazu fehlt: Du! Im Voraus zu sehen, dass man dabei ist auf eine Klippe zu zusteuern kann weh tun, besonders wenn man weiß das durch deine Hilfe, das durch ein einziges Wort aus deinen Mund alles in mir gesunden könnte.
Haken schlagen (13.10.2005)
Wie ihr vielleicht als aufmerksamer Leser meiner Kurzgeschichten und HP-Einträge wisst, verwende ich gerne Symbole, Metaphern und Abstraktionen, vor allem wenn ich selbst überhaupt keine Ahnung habe um was es in meinem Geschreibe eigentlich geht. Mein heutiger Eintrag erfordert von euch - wie alles von mir - Fantasie und Logik. Ich, als nicht Psychologe, möchte klugscheißenderweise auf etwas eingehen, das mich schon lange beschäftigt. Leert eure Köpfe.
Um Freundschaften zu schließen benötigt man eine gewisse Grundbindung zu dieser Person. Ich möchte das wie folgt darstellen, rein bildlich gesprochen: Wir Menschen habe viele Schlaufen (manche auch um den Hals) sowie Haken an uns. Die Schlaufen sind jede für sich eine andere Eigenschaft in uns. Jede einzelne verkörpert Dinge wie Charakterzüge, festgefahrene [sture Durchsetzung von] Prinzipien, das allgemeine Wesen, Aussehen, den Musikgeschmack, die Freizeitbeschäftigungen und andere Vorlieben. Die Haken hingegen sind die Reaktion auf die Schlaufen anderer: Wir gehen an einer Person vorbei und unsere Haken verfangen sich entweder in ihren Schlaufen oder ihre in unseren, je nachdem. Dann gibt es aber noch den Fall in dem sich niemand irgendwie verfängt (ich spreche stets die bewusste Wahrnehmung einer anderen Person an, nicht das Übersehen). Die vorhin erwähnte Grundbindung ist so gut wie gar nicht vorhanden, die Freundschaft kann von vornherein nicht geschlossen werden. Manchmal aber verfängt man sich in einer Person, nur die Schlaufen reißen vorzeitig weil vielleicht falsche Worte gewählt wurden, peinliche Missverständnisse ein Zusammenkommen verhindern oder der Ersteindruck zu vorschnell als Kriterium "herangezogen" wurde ("ziehen" sodass die Bindung reißt, wieder ein Symbol). Fehlen demnach mir die Schlaufen oder anderen die Haken, oder habe ich die Tendenz alle Stricke reißen zu lassen? Ich spiele hiermit nicht an meinen Verfolgungswahn an. Gemeint ist das Zwischenmenschliche an sich. Sollte man dem Schicksal überlassen welche Haken sich wo verfangen? Ist das fair gegenüber allen? Nicht wirklich. Ich finde man sollte jedem Menschen gleich gegenüberstehen und sich zumindest die Zeit nehmen ihn kennen zu lernen (verfickt nochmal, das klingt wie aus einer beschissenen Talk-Show). Dazu gehört aber auch dass man selbst nicht abblockt sondern anderen die Möglichkeit gibt, hinter die Fassade zu blicken. In manchen Fällen ist diese Herangehensweise aber dämlicher Selbstmord. Man wird verwundbar und kann spielend leicht ausgenutzt werden. Woran erkenne ich wie mir mein Gegenüber gesinnt ist? Ohne dessen Ehrlichkeit gar nicht und zu Ehrlichkeit zähle ich auch Offenheit. Etwas zu verheimlichen geht für mich in dieselbe Richtung wie lügen, obwohl lügen die heimtückischere, weniger vertretbare Art von Arschlochsein ist. Wenn mir etwas an dir nicht passt, sage ich es dir und nur dir, sobald sich die Möglichkeit dazu ergibt. Klar bin ich selbst auch anfällig für Fehler, ich erwische mich oft dabei wie ich über andere herziehe, aber ich arbeite daran es weitestgehend zu vermeiden, da ich selbst von anderen erwarte das sie es mir face to face mitteilen wenn ihnen an mir etwas nicht passt. In diesem kompletten Sachverhalt sehe ich viel Nachholbedarf für die gesamte Menschheit. Gleichzeitig vermisse ich den Einfluss des Neuen Testaments. Obwohl in der Bibel - im NT etwas, dafür im AT gänzlich - fast nur Scheiße steht, wünsche ich mir dass Menschen auch einmal ihr Hirn einschalten, Dinge hinterfragen und nicht blind einer Masse hinterherlaufen (die Frage ob es einen Gott gibt steht für mich nicht zur Debatte, ich verweise auf das von Menschenhand Geschriebene). Ich, als gläubiger Christ (nicht "Christ" wie "Christ Koni") hinterfrage und öffne mich für äußerliche Eingebungen. Tut ihr das bitte auch, egal um was es geht. Mit jemandem keine Freundschaft einzugehen sollte keine Feindschaft nach sich ziehen. Wir sind doch (mehr oder minder) erwachsene Leute mit Verstand, oder? Lest dazu bitte noch "Nachgedacht... (29.08.05)" auf Mic's Seite.
Nachgedacht und gehäkelt (21.10.2005)
Wie so oft habe ich über das nachgedacht, was ich hier so von mir gebe. Um Missverständnisse auszuschließen, wenn ich schreibe dass ich es euch sagen würde sofern mir etwas an euch nicht passt, meine ich etwas Bestimmtes damit, was meinen persönlichen Geschmack vollkommen ausschließt. Ich würde es niemanden sagen wenn ich seine Frisur scheiße finde. Wozu auch? Sind ja nicht meine Haare und Äußerlichkeiten sind eh kein großes Thema für mich. Ich würde es auch niemanden vorhalten wenn mich seine Gewohnheit wie z. B. Kopf kratzen stört weil mich das Geräusch das dabei entstehen kann (und der Gedanke das Flöhe im Spiel sein könnten) nervt. Das wäre auch lächerlich (obwohl, sobald jemand aus reiner Gewohnheit vor mir an einem Esstisch eine Zigarette anzündet, bin ich gern dazu bereit mit dem Besteck zu werfen, vorzugsweise dem Messer). Wenn ich mich Unrecht behandelt fühle würde ich es in den meisten Fällen auch niemanden merken lassen, ganz einfach weil mich diese verfickte Jesus-Rolle, nach der man für andere Leiden und Einschränkungen in Kauf nehmen soll, zu sehr einnimmt. Jetzt frage ich mich, in welcher Situation erwähne ich einem Mitmenschen gegenüber das ich mit ihm nicht klar komme? Hah, ich weiß es nicht... Während andere einfach nur hinterfotzig sind, bin ich anscheinend zu höflich um irgendwas zu sagen. Trotzdem erwarte ich erbarmungslose Ehrlichkeit von anderen. Ich möchte von niemandem gegrüßt werden der mich nicht ausstehen kann. Das ist es! Sobald ich mit jemanden nicht klar komme, meide ich ihn, während es Menschen gibt - die mich aus irgendeinem unerfindlichen Grund nicht leiden können - trotzdem eine widerliche Fassade aufrechterhalten. DAS pisst mich aufs Heftigste an! Dazu verweise ich noch einmal darauf dass eine nicht entstehende Freundschaft keine Feindschaft nach sich ziehen muss. Ignorieren ist zwischenmenschlich gesehen in Ordnung und tut keinem weh wenn man sich nicht Grün ist.
Grenzenlose Versuche seinen Gedanken eine gesprochene Form zu verleihen (27.10.2005)
Ich brauche Grenzen. Nicht Grenzen für mich, aber Grenzen für euch. so arrogant das auch klingen mag. Dafür benötigte Grenzbarrieren ziehe ich um mein gesamtes Leben, präziser gesagt, um den Großteil davon. Wer denkt das diese Seite Tanzstange für einen Seelenstriptease ist, verfügt meines Erachtens über ein zu hohes Maß an Naivität, was zum Verständnis meiner Texte ähnlich harmonierend wirkt wie Feuer und Wasser. Mein Leben geht über diese Einträge weit hinaus und vieles was ich in ihnen anspreche ist eine Woche später vielleicht gar kein Thema mehr. Nehmen wir nur mal Mijas (ich weiß inzw. wie sie heißt, bleibe aber bei diesem Namen): Wie nett sie auch ist, sie hat einen Freund und ist damit aus dem Rennen. Aus, vorbei. Oder nehmen wir meinen Verfolgungswahn: Sollte ich es noch nicht erwähnt haben, ich lasse sie fallen OHNE mich anderweitig umzusehen. Warum ist egal. Ich brauche Grenzen um euch auf Abstand zu halten, so widersprüchlich das auch erscheint, halse ich euch ja förmlich meine pinkeligen Probleme auf! Aber meine Einträge sind nur ein Bruchteil vom Ganzen. Das solltet ihr wissen bevor ihr euch eine Meinung über mich bildet. Das ist ja meistens schnell passiert das man jemanden ohne ihn zu kennen lockerleicht verurteilt, als sei es nur das Lösungswort eines Kinderkreuzworträtsels das man auf einer Kaffeefahrt herausschreit. Doch es ist so viel mehr! Leute die meine Einträge hier lesen und sagen dass ich ein kluger Mensch mit Tiefgang bin, könnten schnell ein anderes Bild von mir bekommen (verursacht durch giftige Engstirnigkeit), sobald sie meine Kurzgeschichten lesen. Nur weil ihr meint jmd zu kennen, muss das noch lange nichts heißen. Denn tut ihr das auch wirklich? Belügt ihr euch selbst wissentlich wenn ihr so etwas behauptet oder sagt ihr es nur weil ihr sonst nichts zu reden habt? Man kann einen Menschen nicht nach einem einzigen Gespräch charakterisieren (kann man das überhaupt?), nicht einmal nach 1000 Gesprächen wenn diese nicht ehrlichen Herzens geführt werden. Jeder Mensch, JEDER ist es wert eine zweite Chance zu bek., weswegen ich euch auch eine geben möchte (damit sichere ich mich selbst nicht ab, wenn ihr mir wg was auch immer keine zweite Chance geben möchtet, respektiere ich das). Trotzdem brauche ich meinen Freiraum. Ihr sollt wissen, dass ich euch gerne helfe, sofern es sich nicht mit Perioden in meinem Privatleben überschneidet die mal wieder Selbstmordgedanken hinter meine Augen legen. Ich nehme mir Zeit für euch, wenn ich sie habe! Jede Minute die ich in schwierigen Zeiten nicht mit mir selbst verbringen kann ist eine Minute in der ich Probleme vor mir herschieben muss weil ich abgelenkt bin (Ablenkung ist gut, nur nicht immer). Seht mein Privatleben als einen rotierenden Teller der auf einem Stock balanciert wird: Man muss den Stock kreisförmig bewegen damit der Teller nicht an Rotation verliert, falscher Fremdeinfluss könnte den Teller aber am Boden zerspringen lassen. Das ich meine Ruhe haben möchte ist keine persönliche Beleidigung an euch, sondern nur eine ab und an notwendige Maßnahme um den Teller kreisen zu lassen.
Diese Seite ist ein Tagebuch, aber ich muss nicht darin erwähnen das ich mit mir selbst mal wieder so große Probleme habe das ich mich nicht einmal mehr denken hören will. Das interessiert doch keinen! Falls doch, warum? Aus Voyeurismus. Man möchte sein Gegenüber ausweiden um sich selbst zu einer gottgleichen Kreatur erheben zu können. Ich bin ein Mensch. Ich mache Fehler. Ich möchte nicht alles rechtfertigen was ich schreibe (könnte ich meistens auch gar nicht). Ich will einfach nur schreiben weil sonst niemand schreibt. Ich bin Voyeur und Sozialkritiker zugleich. Und ich mache Fehler die ich zugeben werde sobald sie mir bewusst sind, auch wenn es euch nicht so erscheint. Viele werden sagen, ich schreibe nur Scheiße, aber sie sollten wissen das ich versuche ein besserer Mensch zu werden, was vom einen Tag auf den anderen aber nicht funktionieren kann. Andere, die blind allem zustimmen was ich schreibe und es zu ihrer eigenen Meinung machen weil sie selbst keine haben, sind mir genauso verhasst wie die oben erwähnte Naivität und Engstirnigkeit. Stellt in Frage was ich schreibe! Unterhaltet euch mit mir darüber! Ich bin offen für Kritik und Ergänzungen! Ich bin nur nicht offen für Vorurteile. Be real, that's how I feel.
"Yes, I am a thinking person. At least most of the times I am. Sometimes I even think too much about something, but that's how I am. Other people may not think as much, they just go out and do what they gotta do. Some people listen to their heart, others listen to other people. But in the end you have to do what YOU think is the right way for YOU..." (Zitat MIC Weigl mit dem ich heute in einem Café nett plaudern war...ya my brotha, stay real)
Wortlos glücklich (30.10.2005)
Ich möchte kein Klischee aufrechterhalten und bekenne mich dazu: Ich bin glücklich. Nirgendwo steht geschrieben dass man sich dafür schämen muss, also möchte ich es nicht. Mir geht es gut. Sogar so sehr das mir die Worte fehlen um darüber berichten zu können warum und weshalb. Ich bin es einfach. Ich möchte nicht danach fragen wie lange ich es wohl sein werde, ich will es nur auskosten, etwas ruhiger sein als sonst und dankbar sein...
Allerheiligen (01.11.2005)
Heute war ich am Grab meiner Mutter. Man kann an einer Hand abzählen wie oft ich dort schon war, erinnern kann ich mich an keinen einzigen Grabbesuch. Wenn ich überlege, weiß ich erschreckend wenig über meine Mutter. Was war sie für ein Mensch? Von meinem Vater kann ich nicht auf viele Informationen hoffen, fragen möchte ich ihn nicht danach. Meine Onkeln und Tanten wissen genauso wenig über sie wie ich. Was ich weiß - mir aber verheimlicht wurde - ist, das meine Mutter in sehr jungem Alter eine Tochter bekam. Das ich eine Halbschwester habe wurde mir nicht lange verheimlicht, nur das meine Mutter sehr jung war als sie schwanger wurde - was auf einen unkonventionellen Lebensstil zurückzuführen sein soll. Meine Halbschwester soll inzwischen sogar ein eigenes Kind bekommen haben. Ich bin Onkel! Ein sehr interessierter Onkel um genau zu sein, was man von meinen Verwandten mütterlicherseits nicht gerade behaupten kann. Anfangs besuchte mich diese Frau die vorgab die Mutter meiner Mutter zu sein, genau zwei Mal. Sie ließ sich ab dem Zeitpunkt nicht mehr blicken als sie mich fragte was ich zu meinem fünften Geburtstag wolle und ich mir eine Eisenbahn wünschte. Super. Bis dahin wurden alle Kontaktversuche irgendwie abgeblockt. Einmal fuhren wir sogar bis zu dem Wohnhaus meiner Schwester um sie zu besuchen, wir wurden aber nur von ihrem Vater am Zaun abgefangen und mit der Begründung den weiter Weg nach Hause geschickt, dass sie gerade unterwegs sei. Sehr freundlich. Ein paar Wochen danach folgte zwar eine Geburtstagskarte von ihr, aber was sollte das? Ich wollte sie sehen und keinen bescheuerten Glückwunsch. Für was Glück wünschen? Dafür dass unsere Mutter ein paar Tage nach meiner Geburt gestorben ist und sie noch am Leben wäre, gäbe es mich nicht? Vll unternehmen sie deswegen nichts um mich zu sehen. Kein Anruf, gar nichts. Woher soll ich ihre Telnr. wissen? Sie ziehen ständig um und ich habe nicht den geringsten Anhaltspunkt, im Gegensatz zu ihnen. Nur Allerheiligen. Voriges Jahr war noch die Rede davon, sie wollen Bilder von mir und mein Vater solle sie doch nächstes Jahr mitnehmen. Überraschung! Dieses Jahr fahre ich sogar mit um euch zu treffen! Warum ich die letzten Jahre nie den weiten Weg zu ihrem Grab gewagt habe, hat seine Gründe. Um ehrlich zu sein, hätte die Möglichkeit nicht bestanden das Kind (Mädchen oder Junge, keine Ahnung) meiner Schwester zu sehen, wäre ich nicht mitgefahren. Wie mir mein Vater aber später sagte, war sie bisher noch nie an Allerheiligen dort, so in etwa wie heute diejenigen die letztes Jahr noch Bilder von mir wollten. Was interessiert uns denn der Dreck vom vorigen Jahr, mussten sie gedacht haben. Und mein Vater nimmt sie weiterhin in Schutz, egal was sie auch anstellen um mir klar zu machen, wie unerwünscht ich bin. Verstoßen zu werden ist nichts Neues für mich, aber für etwas büßen zu müssen an dem ich nicht Schuld bin, sehe ich nicht ein. Verdammt, SIE wollte mich! SIE! Mich hat keiner gefragt ob ich leben möchte! Ich bin nicht Schuld das sie tot ist. So jung gestorben, mit 22. Jetzt bin ich 20 und weiß es erst seit heute. Nicht das ich kein Interesse an ihr habe, falsche Vorstellungen lassen mich immer wieder erstaunen sobald ich etwas über sie erfahre das ich mir so nie gedacht hätte. Ich kenne sie nicht. Die Vorstellung aus dieser Frau herausgeschnitten worden zu sein, klingt für mich so absurd. Ich war am sterben, ich war kurz davor, sehr kurz. Fuckin' Frühgeburt. Dann diese arschgefickte Pflegefamilie die nur auf das Geld scharf war und mich in meiner eigenen Scheiße liegen ließ. Wie gut das ich noch zu klein war um mich heute daran erinnern zu können, sonst hätte ich sie inzwischen alle aufgeschlitzt. Kaum vorzustellen dass die Eltern meiner Mutter mich anfangs noch haben wollten, aber Gott sei Dank kam ich dort unter wo ich heute bin. Mein Verhältnis zu meinem Vater ist wirklich nicht das Beste, doch es bleibt mir immer noch meine Oma (die Mutter meines Vaters). Zu ihr sagte ich bis zum Ende meines fünften Lebensjahres "Mama". Ich kann mich noch daran erinnern wo ich stand und was ich sah als ich über meine Situation aufgeklärt wurde, weiß noch wie die Sonne durchs Fenster schien. Ich verstand es, aber es berührte mich nicht. Das tut es heute immer noch nicht. Nur ab und zu glaube ich zu verstehen wie es für meinen Vater gewesen sein muss. Doch leicht ist es für mich auch nicht, was die verschiedensten (familiären) Gründe hat, die ich an dieser Stelle nicht weiter ausführen möchte. Ich will nur erwähnt haben dass wenn ich einmal Kinder haben sollte (sicherlich hässliche Kinder wenn sie mehr nach mir kommen), ich ihnen ein anderes Leben bescheren möchte, als es mir zugeteilt wurde.
Twen (07.11.2005)
Es ist vorbei. Ab heute bin ich kein Teenager mehr. Sollte ich traurig darüber sein? Spätestens jetzt gelte ich als Erwachsener. Ein Erwachsener der keinen Führerschein hat weil es ihn an Geld fehlt. Einer der noch nie besoffen war weil er keinen Alkohol trinkt. Einer der noch Jungfrau ist (mein Gott bin ich blöd das hier öffentlich zuzugeben), weil er einfach keinen Bock hat sich großartig zu stressen. Einer der über seine Depressionen wohl nie ganz hinwegkommen wird weil er leidenssüchtig ist. Einer der nicht Erwachsen sein will weil Erwachsene ihm seine Kindheit hindurch ins Gehirn gefickt haben. Spätestens als die Haare am Sack zu sprießen begannen wusste ich, Roger, jetzt geht's bergab mit dir. Du wirst dich mit der Zeit immer mehr an dein tristes Leben gewöhnen und ein leeres Futteral für die Gedanken und Meinungen anderer sein UND...du wirst das sein was du hasst. Du wirst immer mehr zu einem Abbild deines Vaters, ob du's willst oder nicht. Dagegen anzukämpfen wird mich wohl bis zum Ende meines 29. Lebensjahres beschäftigen.
Ist meine Kindheit jetzt offiziell abgeschlossen? Bin ich jetzt in dem Stadium des Verarbeitens, Verdrängens, Vergessens? Dinge die ich ab sofort erlebe, werde ich sicherlich nicht mehr unter "Kindheit" ablegen können. Roger, du bist erwachsen auch wenn du noch Zeichentrickfilme anschaust, Comics liest und kindische Kurzgeschichten schreibst. Was wird in der nächsten Zeit auf dich zukommen? Du musst dich einem Leben eingliedern mit dem du nicht zufrieden sein wirst. Du musst neue Dinge in Angriff nehmen die unangenehm sein werden. Du wirst früher oder später Lebensabschnitte durchlaufen die dich nachhaltig verändern werden. Alles kann passieren. Vielleicht falle ich nachdem ich diesen Eintrag veröffentlicht habe tot um. Was dann? Was passiert mit meinen Kurzgeschichten und all den anderen Projekten? Was ist mit den Sachen die in meinem Kopf herumschwirren deren Verwirklichung aber noch in den Sternen steht? Diese Ideen, dieser Schaffensdrang...alles aus und vorbei. Drauf geschissen ob es funktionieren wird. Ich möchte wenigstens mit dem Gewissen von dieser Erde gehen, das ich es versucht habe. Der tot muss aber zwangsläufig nicht mich als erstes treffen. Was ist mit den Leuten die mir etwas bedeuten? Ich verweise jetzt speziell auf eine Person die mir sehr am Herzen liegt. Sollte sie - von was man ausgehen kann - irgendwann einmal von uns gehen (ich hoffe und bete dafür das es so spät wie nur möglich geschieht), was wird aus mir? Ich muss jetzt lachen, keine Ahnung warum. Alles könnte passieren. Vielleicht nicht sofort, aber irgendwann. Manchmal denke ich an so etwas bis ich zu der Frage komme was ich tun werde. Ich möchte es mir noch nicht vor Augen führen, aber so viel steht fest: Roger Buscapé Nigk, so wie man ihn bisher kannte, wird es in dieser Form nicht mehr geben. Ich denke daran weil mein Geburtstag mit dem Tod Hand in Hand geht. Der Verlust meiner Mutter ist ein nicht wegzudenkendes Symbol das den heutigen Tag weiterhin begleiten wird. Verlust...habe ich sie eigentlich verloren? Sie wurde uns genommen, meinem Vater und mir. Hätte ich aber ansonsten dieses innige Verhältnis zu meiner Oma aufbauen können? Sie ist jemand der mich braucht, der es mich wissen lässt und der ohne mich nicht sein könnte. Jemand der sich aufopferungsvoll für mich hingab und es noch immer tut, was man von meinem Vater nicht gerade sagen kann. Ein blöder Zufall erweckte einmal den Eindruck dass ich verschwunden sei und ich sah meine Oma weinen, sah ihre Verzweiflung. Sie meinte mir wäre sonstwas passiert weil es wirklich so aussah. Und ich spürte wie in diesem Moment etwas in mir aufhörte zu schlagen. Etwas wurde taub und ich fühlte es ab da an nicht mehr, bis heute. Während ich diese Zeilen schreibe versuche ich meine Gedanken zu sammeln. Ich muss zugeben, ich kann es nicht. Nicht jetzt. Ich werde diesen Eintrag so stehen lassen ohne ihn auszubauen oder im Detail zu erläutern. Ich möchte mit ihm nur sagen das eine Epoche in meinem Leben abgeschlossen ist auf die ich lieber verzichtet hätte. Weiß der Teufel was noch auf mich zukommt. Darüber nachzudenken macht keinen Sinn und es muss doch nicht immer alles schlecht sein, oder? Um keinen falschen Eindruck entstehen zu lassen, bisher war nicht alles scheiße in meinem Leben (es gibt unzählige Menschen die es bei weitem schwerer haben), aber einiges hätte ich sehr gut entbehren können. Aber ich will nicht rumjammern und mir einen Kopf über wasweißich machen, sondern mich an dem erfreuen was ich habe:
Meine Familie . . . und Dich . .
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Ich denke es ist an der Zeit für mich etwas auszusetzen, eine kleine Pause zu machen, nicht lange aber einfach nur damit die letzten zwei Einträge für sich sprechen können und ich später an anderer Stelle weitermachen kann. Sobald ich von meinem Familienleben anfangen möchte, muss ich mich zurückhalten, Kompromisse eingehen weil der Platz nicht genügt alles aufzuführen was zum Verstehen von Bedeutung wäre. Jeder hat Probleme mit seiner Familie, jeder. Man muss nur nicht immer alles an die große Glocke hängen. Ich möchte kein Mitleid und keine Ratschläge. Ich fühle mich stark genug alleine damit umzugehen, auch wenn ich in diesen Einträgen euch schön über etwas vorgeheult habe, was in anderen Augen vielleicht nur Kindergartenalltag ist (nebenbei, ich war noch nie in einem Kindergarten). Stay tuned, fuckahz!
Schneegestöber (22.11.2005)
Die Idee zu diesem Eintrag kam mir vor zwei Tagen, nachdem ich aufwachte. Ich wusch mich und arbeitete währenddessen den Gedanken aus. Was ich dabei nicht wissen konnte war, dass meine Grundidee durch das Wetter draußen bestätigt wurde, weswegen ich es jetzt einfach niederschreiben werde, so wie es mir gerade durch den Kopf rast.
Links ein Zaun, rechts ein Zaun, zusammen ein Weg, zwei Richtungen, um mich herum Sternenbefleckte Dunkelheit. Sieht man nach vorne, dort wo die Sonne in ein paar Stunden ihre ersten Strahlen in den Himmel wirft, ohne die Grenze des Horizonts passiert zu haben, scheint der Weg unendlich. Geht man in die entgegengesetzte Richtung, sieht man gar nichts, außer wie die Zaunbegrenzung in zunehmendem Schwarz verschwindet. Es fängt an zu schneien. Die Schneeflocken fallen in gerader Linie nach unten. Kein Wind der sie beeinflusst. Der Boden ist kalt genug um die Flocken zu erhalten, wie meine Kleidung in deren Falten sie sich sammeln. Ich schaue nach oben, lasse meine Augen mit dem mehrdimensionalen Spektakel fallenden Schnees kämpfen. Als der vorher unebene Boden nur noch eine einzig weiße Fläche ist, gehe ich meine ersten Schritte. Kurz drehe ich meinen Kopf nach hinten um die vom Schnee noch unberührte Stelle anzusehen, auf der ich die ganze Zeit über stand, losgelöst von jeglichen Gedanken. Unter meinen Schuhsohlen verdrängt das Knirschen des Schnees diese Stille in der ich mich atmen hören könnte, würde ich es tun. Aber ich atme nicht. Warum nicht? Weil ich abgelenkt bin. Von was? Abgelenkt vom Ende des Weges, dem ich seit Stunden folge. Was erwartet mich dort? Ich weiß es nicht. Wie kann ich es herausfinden? Indem ich weitergehe. Ich bleibe stehen und überlege. Zwei Richtungen: Vorwärts und Rückwärts. Die beiden Zäune links und rechts neben mir sind zu hoch für die Flucht vor einer Entscheidung. Stehen bleiben und sein restliches Leben auf diese Art und Weise zu verbringen, wäre auch eine Möglichkeit, wenn man damit leben kann, an Dingen zu scheitern die man nicht einmal versucht hat. Ist zurückgehen dann aber nicht genauso feige? Man wächst nur an den Erfahrungen die man im Vorwärtsgang macht. Es gibt positive, aber auch negative Erfahrungen. Beide sind jedoch gleich wichtig für die persönliche Entwicklung, welche wiederum selbst aus zwei Richtungen entspringen kann: Wo für die einen Probleme (und deren Lösung) wichtige Multiplikatoren für die Erreichung ihrer Ziele darstellen, ist für andere eine schlechte Erfahrung nichts weiter als ein Beweis für die eigene Unfähigkeit. Führt mich dieser verschneite, beschwerliche Weg jetzt zu einem Platz von wo aus die Sonne für ihren Aufgang mich, und vor allem mein Herz durchfahren muss, oder begebe ich mich ohne es zu wissen in eine Richtung von der aus ich die Sonne nie sehen werde? Richtung Osten oder Norden?
Umzukehren ist in meinem Fall doppeldeutig, es kann beide Richtungen bedeuten. Kann ich überhaupt die Gewissheit haben jemals den Sonnenaufgang zu erleben wenn ich weiter gen Osten gehe aber nicht aufhören kann in Richtung Norden zu sehen? Kann ich nicht. Ich kann aber versuchen meine Sichtweise zu ändern. Mit jedem meiner Schritte verändert sich das Knirschen des Schnees. Ich gehe weiter. Inzwischen ist das Knirschen nur noch ein schlürfendes Plätschern. Es wird wärmer. Plötzlich sehe ich das dort - wo die Sonne ihre ersten Strahlen in den Himmel wirft, ohne den Horizont passiert zu haben - ein Mensch steht. Ein Mensch mit ähnlichen Problemen, ähnlichen Gedanken, ähnlichen Wünschen, so hoffe ich. Ein Mensch der vom einen Tag auf den anderen in mein Leben trat. Ein Mensch dem ich mich nicht so leicht entziehen kann. Ein Mensch der meinen Blick erwidert. Soll ich umkehren? Soll ich es tun wenn es bedeutet auf diesen Menschen zu zugehen? Soll ich das erste Mal in meinem Leben auf einen Menschen zu gehen, ohne den - durch Selbsthass erzwungenen - Gedanken zu folgen, das dieser mich nicht verdient hat weil ich nichts weiter als Dreck bin? Illusion oder Neuanfang? Es ist keine Illusion, ich spüre die Wärme. Eigenartiges Gefühl. Erst jetzt bemerke ich, dass ich mehr als mein halbes Leben lang, falsche Prioritäten setzte. Nicht in allem, aber in einem wichtigen Punkt. Umkehren?
Packesel (04.12.2005)
Roger B. Nigk ist ein Familienmensch. Familie hat für ihn oberste Priorität, egal um was es geht. Diesmal ging es um einen banalen Umzug. Meine Tante brauchte jede Hilfe die sie kriegen konnte, also drängte ich mich auf. Ein Roger B. Nigk macht natürlich keine halben Sachen, sonder trägt alles was ihm vor die Finger kommt. Fürsorglich wie meine Tante ist, riet sie mir schwere Schränke und Kisten mit ihrer Freundin zusammen herunter zu tragen, aber ein Nigk macht sowas ganz alleine, egal wie schwer, egal wie unhandlich. Vor der alten Wohnung meiner Tante befindet sich eine äußerst steile Auffahrt. Dazu kamen noch diese halsbrecherische Glätte und der stellenweise tiefe Schnee. Da mein Onkel nicht mit dem Auto samt Anhänger diese Auffahrt hochfahren konnte, galt es alles bis runter auf die Straße zu tragen. Jetzt stellt euch mal vor ihr müsstet einen sperrigen Schrank so eine Auffahrt runter schleppen ohne den Boden zu sehen. Natürlich gäbe es die Möglichkeit diesen Schrank abzusetzen und die Auffahrt runterrutschen zu lassen, aber das wollte ich der Einrichtung nicht antun. Also schleppen ohne Boden zu sehen. Jetzt blieb es aber nicht bei diesem einen Schrank. Nein, es waren vier, dazu noch sehr viele Schachteln schweren Inhalts. Das Tragen war nicht das Problem, ich bin kräftiger als ich aussehe, nur diese scheiß Glätte. Hinfallen bedeutete sich beide Beine brechen. Aber ich schaffte es unfallfrei. Hätte man mich nach Stück bzw Traggewicht bezahlt, wäre ich in der 4-köpfigen Crew Spitzenverdiener gewesen, aber Kohle gab es nicht, nur Tee und Plätzchen. Ich bin nicht der Kerl der so etwas halbherzig macht. Bei mir muss es schnell und effektiv gehen, was sich darin bestätigt das ich für drei Kisten nicht drei mal hin und her gehe, sondern alles auf einmal nehme. Was ich natürlich in meinem Arbeitseifer nicht bedachte ist, dass der ganze Scheißdreck ja auch wieder raus musste, nämlich in die neue Wohnung. Also schwitzend und kaputt alles wieder raus aus dem Anhänger, nur diesmal ohne Auffahrt, sondern angenehm eben. Glätte war aber weiterhin noch ein Thema. Spät am Abend fuhren wir noch mal zurück in die alte Wohnung um kleine Reste mitzunehmen. Das letzte Teil war eine leichte Kiste mit Büchern und ein Spiegel in DINA4 oben drauf. Im Flur war kein Licht und ich wollte auch keins anmachen weil das geheißen hätte dass ich die Kiste und den Spiegel dafür ablegen müsste. Wie gesagt, ohne Licht ging ich auf die Stufen zu, wie es an diesem Tag schon hundertmal passierte. Der Nachbar meiner Tante hatte die dumme Idee am selben Tag aus dem Hause auszuziehen und dieser besagte Nachbar fand es auch für richtig eine Plastiktüte mitten auf die Treppe zu legen. Muss ich jetzt noch weiter erläutern was geschah? Den Spiegel konnte ich retten, aber meinen Knöchel nicht. Aufstehen und losgehen war zwecklos, was hieß das ich mit Krücken nach Hause gehen durfte. Mein Vater holte mich mit dem Auto ab. Ich ging die glatte Auffahrt runter, mit Krücken. Statt neben mir herzugehen um mich im Falle eines Wegrutschens aufzufangen, ging mein Vater in einem riesigen Abstand vor mir her. Ich fragte ihn ob er nicht neben mir gehen könne, was er dann zwei Schritte lang tat um dann wieder vorne weg zu gehen. Nicht das ich zu langsam gewesen wäre. Verfickt noch mal, es war glatt, steile Auffahrt nach unten und vergrätzte Glätte, selbst ohne Krücken eine ernstzunehmende Gefahr. Gewohnheit schafft Geborgenheit. Trotzdem fühlte ich mich in diesem Moment nicht gerade geborgen. Mein Knöchel ist inzwischen angeschwollen wie eine gleich aufplatzende Pellwurst. Umknicken war ja bei mir noch nie etwas Ungewöhnliches. Jemand der in dem Maße Skateboard fuhr wie ich das eine Zeit lang tat, ist so etwas gewohnt wenn er meint Stufen und Vorsprünge herunter springen zu müssen. Aber auch ohne Skateboard habe ich es bisher immer geschafft irgendwie umzuknicken, aber diesmal ist es ein kleines bisschen anders und ich habe das Gefühl das etwas nicht stimmt. Ein Arzt meinte einmal das ich zwar ein totaler Tollpatsch bin, aber meine Knöchel "gesegnet" seien und das außergewöhnlichste an meinem Körper darstellen (dieser Arzt hat halt noch nicht meinen Schwanz gesehen, wuhaha). Morgen (oder vielleicht heute) werd ich mich mal röntgen lassen. Vielleicht ist es ja gar ned so schlimm wie's aussieht. Ich halte euch auf dem Laufenden, auch wenn es euch nicht interessiert.
Gut zu Fuß (08.12.2005)
Montag vor drei Tagen war ich bei einer Allgemeinärztin weil mein Sportarzt (der über meine chronischen Knöchelprobleme bescheid weiß) einfach keinen Termin frei hatte. Nach ewig erscheinendem Warten sah sie sich meinen Fuß an und meinte emphatisch "Oh, der is ja sehr blau und angeschwollen." Ach ne! Und ich dachte es wäre in meinem Schuh nur so unbequem eng weil ich zu dicke Socken anhab *sarkasmus-sarkasmus*. "Röntgen bringt da nix. So können wir die Bänder nicht sehen. Ich überweise Sie ins Castra-Regina, dort soll man noch heute UNBEDINGT eine Kernspindtomographie an ihnen durchführen. Ich kann jetzt nur bandagieren.", was sie dann auch tat. "Herr Nigk", sagte sie dabei, "ihre Füße sind ja riesig." Häh? "Da sind Sie aber noch mal knapp am Elefantenfuß vorbeigekommen." Witzig. Ich entgegnete nur: "Sie wissen ja was man von Männern mit großen Füßen sagt.", "Ähm...nein.", "Vergessen Sie's." Bevor ich ging empfahl sie mir weiterhin mit Krücken zu laufen, einfach nur um das Sprunggelenk zu entlasten. Dabei hätte ich gehen, rennen und springen können (springen, am liebsten auf ihren Kopf). Dann eben weiter mit Krücken. Wie's das Schicksal so wollte bekam ich den Termin für Kernspind erst am nächsten Tag, also vorgestern, wo ich wieder einmal ewig lange im Wartezimmer verharren musste, trotz meines Termins der sogar kurzfristig um 10 min vorgeschoben wurde; folglich 10 min länger warten *knurr*. Das Wartezimmer war voll mit Idioten die im Fließbandverfahren alle in den Kernspind mussten. Die Wartezeit sollte durch eine Videokassette mit Mr.-Bean-Folgen verkürzt werden, was mich eher peinigte, da ich den Scheiß schon hundertmal gesehen hab. Mitunter Schuld daran ist mein ehem. Hauptschullehrer der Mr. Bean förmlich in seine Venen spritzte und auch nach tausendmaligen Schauen noch herzhaft über jeden Mist lachen konnte. Jedes Mal, kurz vor den Ferien, wurden selbst aufgenommene Mr.-Bean-Kassetten in den Player geschmissen, was mich nachhaltig prägen sollte (noch mehr als Bilder verstümmelter Leichen die mir ein paar Wichser immer in die Schulhefte steckten). Im Kernspindtomographen durfte ich geschlagene 10 min liegen und behinderter Chart-Mucke über Kopfhörer lauschen. Dieser Kernspind röhrte wie eine verfickte Techno-Party monotone Blast-Takte und Trommelwirbel wie auf Blech geschlagen. Die Zeit wollte einfach nicht vergehen und als ich das dachte, kam dieser neue Madonna-Song in dem sie singt "time goes by so slowly". Bei der anschließenden Besprechung mit der Radiologin - eine frigide Lesbe der ich diesen gruseligen Mr.-Bean-Humor locker zutraue - wurde mir gesagt das ich keinen Bänderriss habe, sondern nur eine Knochenprellung des Gelenks und eine stärkere Überdehnung der Bänder auf die ein großflächiger Bluterguss folgt "was höllisch weh tun dürfte" (Zitat). Kühlen, ausruhen und Krücken nehmen. FUCK! Nach 4 Tagen Krücken sind meine zarten Hände derart aufgearbeitet, meine Handflächen schmerzen, mein Fuß schmerzt...fehlen nur noch Kopfschmerzen (als Symbol der Wunden verursacht durch die Dornenkrone) und zusammen mit meiner Narbe an der linken Brust würde ich ein super Jesus-Bild abgeben. Apropos Bild, meine Tomographie-Bilder habe ich im Wartezimmer liegen lassen, weswegen ich euch auch keine Bilder von meinem Haxen an dieser Stelle zeigen kann. Für ein richtiges Foto meines blau angelaufenen Klumpfußes fehlt eine Panorama-Funktion an meiner Digitalkamera, weshalb er nicht draufpasst (das Problem hatte ich schon mal mit meinem Schwanz). Nur so am Rande, ich habe in den letzten Tagen vier mögliche Schreibweisen für einen Kernspindtomographen gelesen, darunter drei in der Praxis der Radiologin (muss dieser Bean-Humor sein). Verrückte Welt, nicht? In dem Sinne....
Party-Prolet (18.12.2005)
(Sab, hier kommt der brutal-ehrliche Eintrag den du so sehr fürchtest, hähähä)
Christ Koni und ich, wir wurden zu einer Geburtstagsparty eingeladen. Ein depressiver Musiker mit stark unterdrückter Wut in seinen Kompositionen und einer der aggressivsten Schriftsteller des gegenwärtigen Deutschlands, das muss doch in einem Desaster enden, könnte man meinen, aber nein, wir waren ganz brav. Während Christ an den Musikboxen hing und sich über Musik unterhielt, fühlte ich mich wie ein Teil der Einrichtung (ein verdammt gut aussehender, nur so am Rande). Anfangs führte ich ein ausführliches Gespräch mit einem gewissen Chris (nicht Christ) der mit seiner Freundin zusammen war, die nach einiger Zeit auf die Couch wollte, ihn im Schlepptau. Leider weigerte er sich. Verständlich wenn man die Wahl hat mit einem Mädchen zu kuscheln oder mit dem glaubwürdigsten und sicherlich bald auch erfolgreichsten Schriftsteller der Neuzeit zu kommunizieren. Also redete ich mit dem Kerl, da stieß ein weibliches Subjekt dazu, und seine Freundin - die auf der Couch saß - begann sofort zu eifern. Ich konnte auf ihren Lippen Worte wie "Arsch" und ich glaube auch "Idiot" lesen. Da ich nach dem Erscheinen dieser Ische sofort aus dem Rennen geworfen wurde und keine Beachtung mehr bei ihm fand, konnte ich seiner Freundin nur gedanklich zunicken. Eine der zwei Gastgeberinnen in deren Haus die Fete stieg und die bei Gott einfach hinreißend aussah, tat sich schwer etwas an mir zu finden, das Amüsierung (doofes Wort, wie schreibt man die französische Variante?) vermittelte, aber ich amüsierte mich prächtig, auch wenn es nicht so aussah. Ich saß halt die meiste Zeit rum und fand es witzig dass ich mit niemanden in ein Gespräch kommen konnte, wenn ich nicht selbst eines anfing (was ich hätte tun können, aber versuchsweise über weite Strecken nicht wollte). Entweder sie wussten alle (von der Gastgeberin) das ich - sobald ich einmal loslege - sehr viel Bockmist laber ohne ein Ende zu finden, oder sie sind einfach zu schüchtern, trotz dezenten Alkoholgenusses, dem ich natürlich streng entsagte. Im Laufe des Abends unterhielt ich mich mit drei wildfremden Menschen, was mir sehr viel Spaß machte, weil man mit ihnen etwas konnte, was man nicht mit vielen kann: Normal reden. So erfuhr ich sehr viel wissenswertes über dies und jenes, hatte etwas zum Lachen - allein schon das Beobachte der Leute bereitete mir sehr viel Spaß - aber trotzdem bedauere ich die Stunden in denen ich still dasaß und mich von meinem Umfeld berieseln ließ. Das soll aber nicht heißen dass ich mich langweilte. Die Zeit verging wie im Flug und ich erschrak als ich das erste Mal auf die Uhr sah. Um halb eins in der Nacht verließ ich dann die Party schweren Herzens weil ich doch noch gerne mit dem ein oder anderen gesprochen hätte. Vor allem die Gastgeberin vernachlässigte ich viel zu stark, was aber auch nicht schwer war angesichts dessen, das sie sehr schnell auf den Beinen ist und ich noch leicht humple (letztens war ich beim Arzt und ich sagte das mein kleiner Zeh etwas pulsiere; sie sah sich noch mal die Bilder an und meinte ganz nebensächlich "Ach ja, sie haben sich auch noch den kleinen Zeh gebrochen."...) Wie lang Christ blieb weiß ich nicht genau. Ich glaube sogar dass er etwas früher ging, weil er im Studio noch etwas zu erledigen hatte. Dieser Arsch entzog sich den Fotokameras! Sonst ständig gewillt herum zu posen, versteckte er sich vor jedem Blitzlicht. Ich hingegen, tja, ich musste für ein paar herhalten. Das unphotogenste Arschgesicht das es gibt. Deswegen sieht man auch keine Bilder von mir (außer man besorgt sich "Lenk mich ab"...ist das kein Kaufgrund?). Werde ich im Beisammensein mit Fremden oder sogar von Fremden fotografiert, verkrampfe ich mich und wirke wie Mickey Rourke nach einer Überdosis Botox. Fazit: Ich genoss die Party - auf der keiner rauchte - wenn ich nicht für Bilder versuchen musste meine von Natur aus schläfrigen Schlitzaugen offen zu halten - obwohl das letzte Pic in Ordnung gewesen sein dürfte, auch wenn ich etwas "bekifft" aussah, was ich ja "immer tue" (Insiderwitz). Wie erwähnt, niemand rauchte dort. Das ist definitiv ein Pluspunkt, den meine Nase bejubelte. Das einzige was etwas komisch roch, war dieser experimentell zusammengemixte milchig weiße Drink von irgendjemanden, welcher aussah, als könne man davon schwanger werden sobald man ihn trinkt. Leichte Phantomübelkeit übermannt mich gerade. In dem Sinne...*yack*
Nichts besonderes (21.12.2005)
...will ich euch - den drei Leuten die regelmäßig auf diese Web-Site schauen - jetzt bieten, aber wenigstens etwas über das ihr ablästern könnt.
Mein Vater ist ein Mann der sehr oft ausgenutzt wurde. Von wem? Von falschen Freunden, die er erst enttarnte als es zu spät war. Mir kommt es so vor als ob er sich seine Freunde mit denen er die meiste Zeit abhängt "erkaufen" muss. Das größte Pech hatte er mit Frauen. Mir ist klar das er ein Mann ist, auch seine Bedürfnisse hat, aber um welchen Preis lebt er sie aus? Auf meine Kosten. Dabei spreche ich nicht nur den Fakt der väterlichen Vernachlässigung an, oft soll ich auch die unterschiedlichste Scheiße für seine gefickten Freunde erledigen, die auf ihn kacken würden wäre er nicht so spendabel und hätte kein Geld (Geld, von dem ich nichts sehe, meine Oma bezahlt bis heute alles was ich zum leben brauche, was mein Vater mit keinem Cent honoriert, wahrscheinlich auch noch als Selbstverständlichkeit ansieht). So muss ich ihnen bei PC-Problemen helfen und sogar Bewerbungen schreiben, weil sie alle nur wenig Deutsch können. Wer zum Fick bin ich das ich Holz auf meinen eigenen Scheiterhaufen werfe, damit die Flamme länger hält? Das diese Idioten einmal einen bezahlten Job bekommen, würde nichts daran ändern das mein Vater ihnen weiter Scheine in den Arsch schiebt. In den letzten Tagen habe ich die Ausrede das Schule zu viel Zeit einnimmt - was der Wahrheit entspricht - und ich nichts für seine Freunde tun kann. Dafür musste ich mir vorgestern anhören das ich nur Anderen helfe - gemeint war in diesem speziellen Fall mein Onkel - und nicht IHM. Wäre es wirklich für ihn, und nur für ihn, hätte ich getan was er mir aufgetragen hat, aber darum geht es nicht. Er beschwerte sich! Unfassbar. Unverständlich. ICH hätte Grund mich zu beschweren, aber ich tu es nicht, weil ich immer noch nicht den Glauben daran aufgegeben habe, das er irgendwann von sich aus auf mich zu kommt. Was kann ein Sohn von seinem Vater verlangen? Zumindest ein Hallo, Tschüß oder Gute Nacht...Dinge die ich nicht erwarten kann. Mitte dieses Jahres ging ich neben ihm her. Wir trafen entfernte Bekannte, und das sind Situationen in denen mein Vater wie ausgewechselt ist. Der, der sonst nie spricht, keine Regung zeigt, kann plötzlich grinsen, Witze machen und gut drauf sein. Irgendwie kamen wir dann auf etwas, das einen der Bekannten sagen ließ, dass mein Vater der Beste auf der Welt sei. Mein Vater meinte dazu, dass ich etwas anderes darüber denken müsste. Bestritt ich vor versammelter Mannschaft natürlich sofort (in Fassade aufrecht erhalten, sind wir sehr sehr gut). Wir gingen weiter. Nach einigen stillschweigenden Schritten fragte ich ihn, an was es liegen könnte das ich anders darüber denke und ob ich vielleicht zu hohe Ansprüche stelle. Er sah mich nicht mal an. Manchmal schaffe ich es verschlossene Türen in ihm aufzustoßen, Emotionen aus ihm rauszuholen die ausnahmsweise nichts mit Ärger, Verbitterung und Zorn zu tun haben, nur um dann im nächsten Augenblick wieder weggeschubst zu werden. Nachtragend bin ich nicht. Ich versuche regelmäßig einen Neustart, doch wie oft kann ein Mensch aufstehen bis er merkt, dass liegen bleiben sich aufs gleiche beläuft und weniger anstrengend ist? Vielleicht sollte ich das meinen Vater fragen, weil er sicherlich dazu eine Antwort parat hätte. An Aufstehen denkt er schon lange nicht mehr.
24.12.2005 (23.12.2005)
Wie feiert Roger B. Nigk Weihnachten? Gar nicht. Meine Familie hat seit Jahren keinen Christbaum mehr (weil Christ nicht mehr seinen Ständer dafür hergeben möchte). Einmal, als sich entfernter Besuch ankündigte, stellten wir kurz einen Baum auf, den wir uns allein für diesen Zweck von einem Verwandten ausliehen. Der Stellenwert von Weihnachten, der sich in uns eingebürgert hat, lässt sich am besten dadurch erklären, dass ich letztens in der Kirche war und erstaunt feststellen musste, dass schon 4 Kerzen auf dem Adventskranz brennen. Das wusste ich gar nicht. Ich finde es cool dass wir kein Weihnachten im herkömmlichen Sinne feiern, ohne großartige Dekoration und sonstigen Schnickschnack. Wir gehen nur in die Kirche, und das nicht einmal alle zusammen. Ein paar in der Familie gehen gar nicht, der Rest zu unterschiedlichen Zeiten. Ein richtiges Beisammensein gibt es an Heiligabend nicht. Wir sind eine Familie die das nicht mal bei einem normalen Mittagessen am Wochenende schafft. Das bedeutet multiplizierte Belastung für meine Oma, die tapfer versucht jedem das Essen warm hinzustellen, was bei Zwischenräumen von bis zu einer Stunde nicht leicht ist. Um ihr Arbeit zu ersparen esse ich zur gleichen Zeit wie sie. Wir haben nicht einmal einen Esstisch an dem wir alle "dinieren" könnten. Gegessen wird auf der Couch im Wohnzimmer, wo der Fernseher läuft, welcher miteinander Kommunizieren in aller Augen sinnlos macht. Niemand spricht mit dem anderen. "Wie war dein Tag?", "Das Essen schmeckt heute super.", "Morgen ist schon wieder Heiligabend.", "Habt ihr alle schon Geschenke gekauft?", "Ob es noch schneien wird?", "Weiße Weihnacht wäre schön, ja."
Meine Familie ist größtenteils heillos untereinander zerstritten, weswegen es ein großes Beisammensein an Weihnachten nie geben kann. Jeder kommt zu unterschiedlicher Zeit vorbei um einen Gruß abzulassen, einen Kaffee zu trinken und einen mitgebrachten Kuchen zu teilen, stets darauf bedacht keinen zu treffen den man nicht treffen will. Jeder, aber auch wirklich jeder ist irgendwie in einen Disput verwickelt, der niemals niedergelegt wird bzw werden kann. Hauptsächlich geht es um Geld, weil - ich möchte sie nicht so nennen, tu es jetzt aber - "schwarze Schafe" in der Familie (von Lebenspartner oder Beruf) extrem verarscht wurden und sich von ihren Geschwistern eine erhebliche Menge Geld leihen mussten, die bis heute noch nicht annähernd zurückbezahlt ist, und inzwischen auch gar nicht mehr zurückbezahlt wird (ich weiß das man über Geld nicht spricht, aber Leute die mich kennen wissen, das ich gerne gesellschaftliche Normen breche, also is es mir egal). Grund für nie kommenden Frieden gibt der Fakt, dass wir alle deswegen nicht aus dieser behinderten Sozialwohnung können, die sogar noch viel zu teuer ist. Wir könnten in einem Haus leben, weg von Neutraubling oder zumindest in einem angenehmeren Viertel. Wenn ich nur an das verflossene Geld und den damit verbundenen Lebensstandard denke, wird mir schwindlig. Das kein falscher Eindruck entsteht, wir sind nicht arm (jedenfalls nicht mehr). Essen gibt es genug, wir müssen nicht frieren, trotzdem ist es irgendwo bitter. Aber ich will mich nicht beklagen. Ich hab was ich zum Leben brauche und bin dankbar dafür, obwohl mich wahrscheinlich nie das Gefühl loslassen wird, das mir etwas fehlt (>> soll einen nachdenklichen Schluß darstellen, gelingt ma aba ned wirklich, oda?),
FROHE WEIHNACHTEN UND EINEN GUTEN RUTSCH (es ist glatt draußen)!
Sylvester (31.12.2005)
Wie jeder mache auch ich meinen persönlichen Jahresrückblick, und zwar nicht wie im Fernsehen unter einem abgefuckten Motto das keinen Schwanz interessiert, sondern einfach nur so (was auch keinen Schwanz interessiert):
Ich war bis Anfang Oktober arbeitslos (Gründe hab ich wahrscheinlich schon mal in einem der obigen Beiträge genannt).
Ich war am verbluten und hätte gut möglich verrecken können, wäre ich vom Glück verlassen gewesen.
Ich habe in einem Vier-Augen-Gespräch erfahren dass mein Verfolgungswahn genau wie ich empfand, wir uns aber so extrem voneinander unterscheiden, dass es sowieso nichts geworden wäre.
Ich habe auf Frauen gegeilt die ziemlich fickfest aussehen, aber innerlich (und vor allem menschlich) so kaputt sind, dass es mich würgt.
Ich habe wundervolle Menschen kennengelernt auf die ich nicht mehr verzichten will und ich habe gesehen, wer zu mir hält und mich auch in den größten Selbstkrisen nicht hängen lässt (meiner Familie und meinen Homies möchte ich mein Herz schenken, ich hoffe ihr wisst wer gemeint ist, ich liebe euch alle).
Ich habe die Erfahrung gemacht das man einen Menschen nicht vorschnell verurteilen und sich die Mühe machen soll, von einer anderen Perspektive zu betrachten oder sogar neu anzufangen jemanden kennenzulernen.
Ich wurde sehr oft (zu oft) schwer enttäuscht, fasste aber schnell wieder neuen Mut.
Ich bin schriftstellerisch gereift, fand aber nicht die Zeit mich selbst zu verwirklichen.
Ich kam in Situationen in denen mein Herz stehen blieb und ich nicht wusste wie es weitergehen würde.
Ich ging Kompromisse ein und fühlte mich meistens schlecht, bin aber trotzdem froh, weil dieses Jahr weniger hart war, als die vorigen. Lasst es mich auf portugiesisch erklären um damit (ausnahmsweise) Freunden in Brasilien - die ab und an auch auf diese Web-Site klicken und mich mit jedem meiner Worte fühlen - ein entspannteres Lesen zu ermöglichen, ohne die Sprache umdenken zu müssen:
Desejo a todos um ótimo ano novo, cheio de amor e felicidade. Esse ano que esta passando nao foi nada facil, tive dias tristes e dias felizes e mesmo assim agradeco a Deus por todos os dias de minha vida. Desejo a todos muito dias felizes nesse ano 2006, que nos traga muita harmonia. Feliz ano novo.
Übersetzung: Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch ins neue Jahr und dass all eure Wünsche in diesem Jahr, das Gott uns schenkt, erfüllt werden. Ich denke, dieses Jahr hatte ich glückliche und sehr sehr traurige Momente, aber trotzdem habe ich immer nach vorn geschaut und mich auf den nächsten sonnigen Tag gefreut und ich hoffe auch ihr werdet genügend sonnige Tage im Jahr 2006 haben. (für Übersetzungs- und Schreibfehler hafte ich nicht.)
Frohes neues Jahr.
Mr. Boombastic (04.01.2006)
Heute hat sich der Fortgang meiner Karriere als Bodybuilder entschieden. Ich war beim Arzt. Als ich vor einigen Jahren Musterung hatte und ich in ein Krankenhaus zu weiteren Untersuchungen musste (die wollten mich einfach nicht ausmustern), wurden ein paar Sachen festgestellt, die auf dem Papier ziemlich böse klingen. Ein paar Jahre später - heute - ging ich deswegen zum Arzt. Der sagte mir erstmal dass das gar nichts Schlimmes sei ("Wie kommen die bloß da drauf? Naja, hatte doch sein Gutes, wenn Sie dadurch ausgemustert wurden, oder?"), ich mir keine Gedanken machen muss und er merkte an, dass ich im Gegensatz zu zwei Jahren, gut in Form sei, was entgegen meiner Befürchtungen bedeutet, dass ich mit dem Krafttraining weitermachen darf. Konditionell sollte ich halt noch etwas aufholen, was ich bei dem morgigen Belastungs-EKG wahrnehmbar am eigenen Leib erfahren werde. Schade nur dass Skateboard fahren meine Kondition nicht verbessert, also aufs Laufband oder mal wieder eine weitere Strecke Fahrrad fahren. Vorher muss ich mir aber unbedingt einen weicheren Sattel zulegen (männliche Leser werden das verstehen). Wenn ich schon mal bei der unteren Region bin, die gab es natürlich heute beim Onkel Doktor auch zu begutachten (ich darf es vorweg nehmen: Alles Bestens), bei offenem Rollo mit Blick auf den Hinterhof der Praxis. Dort fuhrwerkte gerade eine jüngere Frau, die ich noch nie zuvor sah, an einer Mülltonne rum. Sie glotzte zu mir herüber - das Licht im Sprechzimmer war eingeschaltet, was ihr zusammen mit dem offenen Rollo einen ungehinderten Blick auf meine Familienjuwelen gab - und ich fragte mich, ob ich ihr zuwinken solle, aber nicht mit der Hand :) Vielleicht wird sie irgendwann mal in einer "unruhigen" Traumphase kapieren, dass sie Roger Nigks Schwanz - um den sich so viele Mythen und Legenden drehen - erblicken durfte, und vor Ehrfurcht lesbisch werden (klingt irgendwie ned ganz Deutsch der Satz und ich hab auch jetzt keine Lust mehr, nach der Ursache zu suchen, aber ihr wisst was ich mein). *schwing* Und aus.
Erste Prüfung (14.01.2006)
Gehabt, heute 09.30 bis 11 Uhr. Fach: Datenverarbeitung. Nun ja, ich habe sehr spät damit angefangen das daumendicke Skript und meine Mitschriften überhaupt einmal anzuschauen (erst vorgestern). Mir ging leicht die Muffe. Was wenn ich die Prüfung nicht schaffe? Dann muss ich im nächsten Semester 8, wenn nicht sogar 9 Prüfungen schreiben! Das würde mir definitiv das Genick brechen. Das alles ging mir auf dem Schulweg durch den Kopf. Aufgeregt war ich nicht wirklich, von in-die-Hose-scheißen noch keine "SPUR". Ich tat zu wenig, das stand fest und war unabänderlich. Es war einfach viel zu wenig. Ein ehemaliger Lehrer hatte einmal folgenden Verdacht: Ich sei dermaßen stark unterfordert dass ich unterbewusst das Lernen bis auf den letzten Drücker hinauszögere um mich selbst vor eine Aufgabe zu stellen. Wenn das "Faulheit" bedeutete, ist etwas Wahres dran. Verdrängt, all die Vorsätze den Lernstoff täglich nachzubereiten oder sich überhaupt irgendwie mit dem Studium zu befassen. Nicht mal während den Vorlesungen kann ich mich dazu durchringen auch nur für eine Minute aufzupassen. Ein Musterschüler bin ich keineswegs, noch nie gewesen und werd auch nie einer sein.
Nach der Prüfung: Mitstudenten fragten mich wie es bei mir lief. Ich antwortete ihnen "Sieht man das ich geweint habe?" Sie sahen mich alle starr an weil sie's mir wirklich abkauften (kein Wunder bei meinen schauspielerischen Fähigkeiten). DIE PRÜFUNG WAR FOTZENEINFACH! Selbst ohne jegliches Lernen hätte ich schon gar nicht mehr durchfallen können. Meine Vorkenntnisse und mein Riesen-Brain halfen mir und es gab bei keiner einzigen Frage ein Problem (außer bei einer 10-Pkt-Frage, wo ich aber mindestens einen Punkt kassiert haben dürfte). Wenn es schlechter als eine 2 ausfällt, werde ich einen der beiden Korrekteure eiskalt umnieten müssen. Um es vorweg zu nehmen: Ich werde euch NICHT über meine Note aufklären, egal wie gut ich abschneiden werde. Warum? Darum! Dienstag und Mittwoch kommen die nächsten Prüfungen auf mich zu, für die ich noch gar nichts gelernt habe (wen wundert's?). Das dumme ist, dass ich am selben Tag davor noch Vorlesungen habe, die Ende Januar auch geprüft werden => STRESS! Nach der Schulordnung ist es eigentlich nicht erlaubt Vorlesungen an einem Prüfungstag zu halten, aber was die Organisation anbelangt ist eh alles im Arsch. Bereits um 9 Uhr waren heute die betreffenden Prüfungs-Hörsäle überfüllt, was extrem kurzfristiges ausweichen auf muffige Klassenzimmer zur Notwendigkeit machte, wo aber keiner wusste (nicht mal die Prüfer), wo man denn eigentlich hin muss. Das kann doch nur GEGEN einen Studiumsgang sprechen in dem Organisation ein Fach ist (irgendwann in den späteren Semstern). Der ganze Laden ist verhaut. Ich werd jetz fernsehen anstatt zu lernen. Bis bald.
*ganz laut schrei* (24.01.2006)
FUCK!!!
Okay (03.02.2006)
Ihr erahnt es sicherlich schon, dass meine Prüfungsleistung nicht so der Reißer war. Am 24.01. hatte ich Betriebswirtschaftsklausur, und mal ganz ehrlich zu mir selbst, was habe ich erwartet wenn ich zwei/drei Tage vorher mir das Skript durchlese ohne vorher irgendwann mal in den Vorlesungen aufgepasst zu haben (ich höre ausnahmslos nicht zu weil ich von meinen Mitstudentinnen abgelenkt bin und mich ja auch immer so gerne ablenken lasse). Das nicht alle meine Mitstudentinnen Bombshells sind, werde ich euch sehr bald in einen Eintrag erläutern (eine Erfahrung die ich traumatisiertes Büberl einfach ned für mich behalten kann). Kurz nach BW war dann auch schon Mathe dran, und ihr könnt es erahnen...hab'n totalen FUCKUP zusammengebaut! In den Vorlesungen nur von der Tafel abschreiben ohne etwas zuhause nachzuarbeiten oder sonst irgendwie zu verinnerlichen, KANN einfach nur ein Schuss in den Ofen werden (besonders wenn ich meine 2-Tage-Vorbereitungszeit selbstmörderisch Aufrecht erhalte). Nach der Prüfung war ich sowas von gepisst, dass ich mich nicht an die Bushalte stellen wollte um von irgendwelchen Pennern über meine Dummheit ausgefragt zu werden. Das eine Mitstudentin - die mich ganz sicher drauf ansprechen würde weil wir des Öfteren labern - hinter mir lustwandelte, vergab meiner Idee noch die Prise Herzklopfen, verursacht durch zügiges Gehen in einer eiskalten Nachtluft die in der Lunge zwickte und die man förmlich schneiden konnte. Nach der Hälfte meines halbstündigen Weges kam jedoch das, was kommen musste. Ich wurde überholt. Von wem? Von dieser Studentin! Und was fragte sie? "Und? Wie war's bei dir?" In diesem Augenblick hätte ich alles tun wollen, von einer Vergewaltigung bis zu einem Mord, aber ich sagte einfach nur "Nicht so toll." obwohl ich ihr "Verfickt Scheiße!" ins Gesicht brüllen wollte. "Bei mir lief's ned anders." Das war beruhigend zu hören, naja irgendwie doch nicht, aber löste es meine Verkrampftheit und ich sprach losgelöst von allen Tötungsfantasien eine Weile mit ihr, bis sich unsere Wege trennten. Dabei stellte sich auch raus dass sie die fotzeneinfache Matritzenrechnung nicht schaffte, etwas das mich innerlich schmunzeln ließ weil man es so leicht ableiten konnte, ohne dafür hätte lernen zu müssen (bei dieser ganzen Matrix-Shice verließ ich mich auf meinen Instinkt und übersprang die 10 Seiten in meinem Skriptum blind (reimt sich)). Okay, Leute. Bald werde ich euch von einem perversen Abturner erzählen, den ich in einer Vorlesung erlebt habe...mir wird jetzt noch schlecht davon. Könnte mir sogar vorstellen das es Menschen gibt die auf so was stehen, überraschen tut mich schon lange nichts mehr auf dieser Welt, aber mich ekelte es nur noch. Macht euch das nicht etwas neugierig? Stay tuned...
Fortsetzung des Tagebuchs unter http://nigk.blogspot.com
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